Folge 6: Jamie N Commons. Blues für Nachgeborene


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Etwas ungläubig hörten wir im vorigen Jahr die Debüt-EP von Jamie N Commons, „The Baron“. Der Mann, der darauf mit Blues-geschwängerter Stimme singt wie Tom Waits und Nick Cave in Personalunion, sei angeblich erst 22 Jahre alt – kaum vorstellbar. Weil es trotzdem wahr ist, kann 2012 ein großes Jahr für den frühreifen Briten werden, der seinen dunkel dröhnenden Mördergeschichten-Blues und Southern-Rock raffiniert im Indie-Gewand präsentiert und so auch den Nachgeborenen die Emphase von Mississippi John Hurt und Blind Willie Johnson nahebringen kann. „Jeder mag diese­ alte Musik, das haben doch Soundtracks wie ‚O Brother, Where Art Thou?‘ bewiesen“, erklärt Commons, „du musst sie nur in den richtigen Kontext bringen, dann verstehen die Leute sie.“

Commons selbst hat früh verstanden, weil sein Vater ihn im Alter von zehn Jahren zu Konzerten von Neil Young und den Allman Brothers mitnahm. Der Musiker wohnte damals in Chicago, wo er seine Kindheit und frühe Jugend verbrachte. Dann ging es zurück nach England – Commons lebte eine Weile im Südwesten (Gloucester) und zog schließlich nach London, um an der renommierten Goldsmiths-Universität ein Studium zu absolvieren. „Ich war ein Außenseiter, der die anderen mit seinen alten Blues-Liedern irritiert hat. Wie früher, wenn ich meine Lieblingsplatten auf Partys angemacht habe und alle rausgingen.“

2012 werden die Menschen gebannt lauschen, wenn Jamie N Commons seine Musik spielt. Im Frühjahr erscheint eine weitere Single als Appetizer auf das Longplay-Debüt, das später im Jahr kommt. Wenn Commons seine Stärke voll ausspielt und genügend Brücken ins Indie-Rock-Lager schlägt, wird die Platte ein Hit. 

Wir stellen Jamie N Commons in unserem Artist To Watch Special: 12 für 2012 vor. Hier finden Sie die bisherigen Folgen: