Heino lehnte 100.000-Euro-Angebot der FPÖ ab

Der 87-jährige Sänger hat ein lukratives Angebot ausgeschlagen. Seine klare Haltung: Keine politische Instrumentalisierung. Roberto Blanco sang stattdessen.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Heino hat ein lukratives Angebot der österreichischen Rechtspartei FPÖ ausgeschlagen. Er zog damit erneut eine klare Distanz zu parteipolitischen Vereinnahmungen.

Wie österreichische Boulevard-Medien und die „Bild“-Zeitung berichten, wollte das FPÖ-Orgateam den 87-jährigen Sänger als prominenten Gast für ihr 70-jähriges Jubiläum in Wien gewinnen.

Für einen Auftritt beim Volksfest auf dem Stephansplatz vor dem gleichnamigen Dom soll laut Insidern eine Gage von bis zu 100.000 Euro im Raum gestanden haben.

Heino: „Will mich von keiner politischen Kraft vor ihren Wagen spannen lassen“

Doch für den Old-School-Schlagerkönig mit Hits wie „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ oder „Blau blüht der Enzian“ kam ein Engagement nicht infrage. Gegenüber „Bild“ erklärte Heino: „Ich möchte nicht für die FPÖ auftreten, generell für Parteien nicht. Weil ich mich von keiner politischen Kraft vor ihren Wagen spannen lassen will.“

Der Sänger betonte zugleich, dass bei seinen eigenen Konzerten Menschen aller politischen Richtungen willkommen seien. Ein öffentliches Engagement für Parteien lehne er jedoch grundsätzlich ab.

Roberto Blanco als Ersatz beim FPÖ-Jubiläum

Als Ersatz sprang ausgerechnet Roberto Blanco ein. Der 89-jährige Entertainer soll laut Berichten für die Volksfest-Sause verpflichtet worden sein, allerdings zu einer deutlich niedrigeren Gage. Blancos Management wollte den Auftritt bislang nicht kommentieren.

Laut ORF gab es zudem einen Festakt in der Hofburg. Parteichef Herbert Kickl wetterte dort in einer zentralen Rede gegen die „Systemparteien“. Er warb mit markigen Worten für die „Volkskanzlerschaft“ als „Schlüssel zu den guten Jahren“. In einer kommenden „Schicksalswahl“ sollen diese Ziele verwirklicht werden.

Vor dem Stephansdom standen internationale Polit-Gäste wie Alice Weidel, Geert Wilders aus den Niederlanden und der abgewählte Ungarn-Präsident Viktor Orbán auf der Bühne. Der Wiener „Kurier“ meldete, dass Roberto Blanco mit seinem Hit „Ein bisschen Spaß muss sein“ den Abschluss bildete. Man kann das als subtile Ironie verstehen.

Juristische Schritte gegen AfD-Kandidaten

Heinos Absage fügt sich in eine Linie ein, die er seit längerem konsequent verfolgt. Immer wieder sah sich der Musiker mit Spekulationen über eine Nähe zu rechten politischen Strömungen konfrontiert – Vorwürfe, die er und sein Management entschieden zurückweisen.

Zuletzt sorgte ein Fall in Deutschland für Schlagzeilen: Ein AfD-Kandidat hatte im Frühjahr 2026 unerlaubt mit Heinos Namen sowie dessen Enzian-Klassiker geworben. Dagegen geht der Sänger juristisch vor. Nach einer bereits erreichten Unterlassungserklärung fordert er nun Schadenersatz wegen der aus seiner Sicht entstandenen Imageschäden.

Manager Helmut Werner erklärte, man wolle damit auch ein deutliches Signal für die Zukunft setzen und eine unerlaubte Nutzung von Künstlernamen im politischen Kontext verhindern.

Rückzug: Heino lebt heute dauerhaft in Kitzbühel

Privat hat Heino seinen Lebensmittelpunkt inzwischen dauerhaft nach Österreich verlegt. Der Sänger lebt heute in Kitzbühel, der Heimat seiner 2023 verstorbenen Ehefrau Hannelore. Den langjährigen Wohnsitz im nordrhein-westfälischen Bad Münstereifel hat er aufgegeben.

Heino steht aktuell nur noch sporadisch auf der Bühne. Er verbringt seinen Lebensabend überwiegend in Tirol – fernab politischer Debatten, die ihn dennoch immer wieder einholen.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

Die Rolling Stones sind zurück! Alles über ihr neues Album „Foreign Tongues“, Ron Woods Privatarchiv und die Großtaten ihres Produzenten Andrew Watt im neuen ROLLING STONE (Ausgabe 08/26), ab 26. Juni im Handel: Hier bestellen!