Kid Rock präsentiert auf Steuerzahlerkosten finanzierte Tourpromo mit Militärhubschraubern
Pete Hegseth und der Rest der Trump-Administration können von ihrem größten Fan im Musikbusiness einfach nicht genug bekommen.
Kid Rocks bizarre, mehrteilige Saga mit US-Armee-Hubschraubern hat am Freitag eine weitere Wendung genommen. Der Sänger zeigte beim Auftaktkonzert seiner neuen Tour zu den America-250-Feierlichkeiten ein Promovideo, in dem er aus einem Privatjet steigt und dann mit Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Militärhubschrauber zur Show nach Dallas fliegt.
Die Hubschrauber-Posse begann Ende März, als ein kurzer Überflug über Rocks Anwesen in Tennessee eine kurze Untersuchung der verantwortlichen Piloten auslöste. Diese Untersuchung, die beim nahe gelegenen Stützpunkt der 101st Airborne in Fort Campbell, Kentucky, eingeleitet worden war, endete abrupt, als Verteidigungsminister Pete Hegseth einschritt und die Piloten von jeglicher Verantwortung für ihren mehrminütigen Freizeitflug am „Southern White House“ von Rock freisprach. Die beiden Piloten waren kurzzeitig suspendiert worden, bevor Hegseth intervenierte. Im April legte Hegseth noch eine Schippe drauf und lud Rock bei einem Besuch auf Fort Belvoir in Virginia in einen AH-64-Apache-Kampfhubschrauber ein. Was zunächst wie eine flüchtige Obsession mit Angriffshubschraubern wirkte, hat offenbar ein konkretes Ergebnis gezeitigt: einen rund 115 Sekunden langen Trailer für Rocks Konzerttour.
Der Sänger wurde am Freitag früher von Fox News auf die Kritik angesprochen, er kassiere Vergünstigungen vom Staat. Er reagierte mit einem Seitenhieb auf die „gackernden Krähen bei „The View““ und ließ durchblicken, er habe die Privilegien verdient, weil er die Truppen besuche – während sich die Soldaten für die Moderatorin von „The View“ nun wirklich nicht interessieren würden. „Das ist alles nur Lärm“, sagte er über die Kritik.
Kumpanei auf Staatskosten
Man kann die Frustration darüber, dass Steuergelder dafür verpulvert werden, den jingoistisch aufgeladenen Publicity-Feldzug eines gealterten Pop-Country-Stars aufzupumpen, kurz beiseitelegen. AH-64-Apaches kosten im Flugbetrieb nur rund 7.000 Dollar pro Stunde – gemessen am Gesamtetat des US-Militärs nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein, eher ein Sandkorn in der Sahara. Bemerkenswerter ist die zur Schau gestellte Kumpanei zwischen Kid Rock und Pete Hegseth. Die Trump-Administration war schon immer verzweifelt auf der Suche nach kulturellen Verbündeten, und wenn Kid Rock das Beste ist, was sie aufbieten können, gewinnen sie den Kampf um Herz und Verstand der Amerikaner wohl kaum. Aber das hält sie nicht davon ab, es zu versuchen – und Kid Rocks Tourtrailer könnte für andere Künstler in gewisser Weise ein Lockmittel sein: Seht her, welchen Zugang und welche Gunst wir euch gewähren, wenn ihr die Parteilinie mittragt.
Selten genug lassen sich tatsächlich prominente Figuren des Mainstreams davon überzeugen. Seit Jahren ist Kid Rock so ziemlich das Beste, was die Trump-Administration aufzutreiben vermag. Man schaue sich nur die duellierenden Halftime Shows an. Als Alternative zur angeblich gotteslästerlichen Entscheidung, einen Puerto Ricaner für die eigentliche Super-Bowl-Halftime-Show zu verpflichten, angepriesen, war Rocks von Turning Point USA gesponsorte „All American Halftime Show“ ein lahmes Flop, das nicht einmal die glühendsten Anhänger einer America-First-Agenda zu begeistern wusste. Nick Fuentes, der antisemitische Livestreamer, der sich das Ohr einer ganzen Generation junger Konservativer erobert hat, brachte es unverblümt auf den Punkt: „Ich habe das verfolgt und mich einfach deprimiert gefühlt“, sagte Fuentes in seiner Show auf Rumble. „Wenn das das Beste ist, was wir zu bieten haben, glaube ich, dass alle den Latino-Futurismus vorziehen werden.“
Und dennoch sind wir genau hier: Den „American Badass“ wird per Hubschrauber eingeflogen, damit er sein Konzertpublikum in Stimmung bringt. Wenn Kid Rock damit zufrieden ist, dass dies der wichtigste kulturelle Beitrag seiner Spätphase ist – bitte sehr. Nur eines ist ziemlich klar: Das Land – und jeder Amerikaner, der auch nur einen Bruchteil eines Cents Steuern in das Flugbudget eines Kampfhubschraubers einzahlt – hat Besseres verdient.