Livekritik und Dosenmusik: Norbert Bisky über Staatsballett im Elektro-Club Berghain

Die vorerst letzte Ausgabe unseres Popsalons präsentiert den Maler Norbert Bisky. Weil seine Bilder die Tonspur geradezu einfordern! Junge Männer, deren schöne Körper Spuren zeigen – von großen Emotionen, großem Leid, auf einer kleinen Welt. Vermehrt verlieren diese Gestalten den Boden unter den Füßen, die Gewalt drängt ins Bild, der Beat wird Geräusch oder Lärm. Dass Norbert Bisky auf seine Weise den sozialistischen Realismus verzerrt hat, wussten wir. Dass er nun für den legendären Berliner Club Berghain ein Bühnenbild gestaltet, in dem das Staatsballett zur Elektro-Musik von Leuten wie Henrik Schwarz oder Efdemin tanzt, hätten wir uns gerne selbst ausgedacht. Zu spät.

Über das ungewöhnliche Berghain-Projekt reden Jens Blazer, Tobi Müller und Sebastian Zabel mit Bisky ebenso wie über Platten von Daft Punk, Carole King, Tricky, Heim, Major Lazer, über Bossa Nova und Elektronik.

Termin: Dienstag, 28. Mai, in der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Tickets kosten 6 Euro. Beginn 21 Uhr.


Die besten Konzeptalben aller Zeiten: The Who - „Quadrophenia“

Der alles überwältigende Song kommt am Schluss. Regen prasselt, als die ersten Klavierakkorde zu „Love, Reign O’er Me“ einsetzen, dieser Sehnsuchtshymne adoleszenter Jugendlicher, zu der im Jahre später gedrehten Kinofilm (mit Sting!) der Held, ein Mod namens Jimmy, von der Klippe ins Open End springt und sein Scooter zerschellt, während er auf dem Doppelalbum mit einem Bötchen aufs Meer hinausrudert, was natürlich ein bisschen weniger offensichtlich ist. Für „Quadrophenia“ sprechen vor allem drei Argumente: Die Mod-Kultur, die schönste Jugendkultur aller Zeiten; ihre Musik (Northern Soul) war so hitzig wie ihre Tänze elegant und ihr Styling (Parkas, Ponys, enge Anzüge, Mädchen…
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