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Highlight: I.M. Rock: Was die Stasi mit der Musik der DDR zu tun hatte

No more fucking Rock’n’Roll! Die Partys des Dimitri Hegemann

Gegen die Wand: Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. Seit 1989 ist sie Geschichte – was hat sie für die Popmusik bedeutet? Zum 50. Jahrestag: das Mauer-Special mit U2 und Bowie, Puhdys und Tresor.

Ich habe – mit anderen – 1982 das Berlin Atonal im SO36 ins Leben gerufen, eine Festivalreihe für nonkonforme Musik. Da sind Gruppen aufgetreten wie Einstürzende Neubauten, Sprung aus den Wolken, Notorische Reflexe oder Malaria! Es ging uns um das Widerspenstige, das Neue, das Andere. Hier war ein Platz für fremde Ausdrucksformen in Bild und Ton, die nirgends sonst in der Republik eine echte Chance hatten.

In den Jahren vor dem Mauerfall existierte vor allem eine lebendige Subkultur in Berlin, die Künstler aus dem Ausland wie David Bowie oder Lou Reed inspirierte. Für die war das hier eine ziemlich spannende Zwischenstation. Aber man muss auch zugeben, dass die Stadt für viele heimische Bands eine Sackgasse war, international spielten die alle keine Rolle, einen wirklich durchschlagenden Erfolg hatte niemand aus dieser Szene, auch wenn Formationen wie Ideal oder Spliff bundesweit beachtet wurden. Man schmorte ganz angenehm im eigenen Saft und war stolz auf das „B“ auf dem Nummernschild und den Behelfs-Personalausweis.

Als die Mauer fiel, wurde alles anders. Im Prinzip haben wir Kulturagenten sofort Ostberlin übernommen. Drei Jahre lang herrschte die schönste Anarchie: Überall gab es sensationelle Räume und Leerstände, die Behörden waren mit wichtigeren Dingen beschäftigen, die Polizei auch, das war für uns das Paradies und für Berlin die historische Chance. Die Voraussetzungen waren perfekt: In Ost und West waren alle jungen Leute gut drauf und feierten die neue Freiheit, niemand kontrollierte uns – und die Räume waren da, wir brauchten sie uns nur zu nehmen. Verträge, Vorschriften – das war alles egal.

Was sich als neue Strömung in der Zeit vor dem Mauerfall bereits entwickelt hatte: High Energy Disco, Electronic Body Music, Industrial und ein wenig Chicago House – das explodierte jetzt zum alles dominierenden, neuen Underground-Musik-Ding: Techno. Rock spielte ein paar Jahre lang für fortschrittliche Geister wirklich keine Rolle mehr, er existierte als kleine Parallelwelt zwar weiter, hatte aber keine Bedeutung und keinen Einfluss. Der Westbam-Slogan „No more fucking Rock’n’Roll“ war mehr als nur ein Spruch. Das Neue, die Avantgarde, das war jetzt elektronische Musik.



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