Barbara Morgenstern Sweet Silence


Monika/Indigo VÖ: 08. Juni 2012

„In the past few weeks I could have written tons of number one hits/ But I was sick – sick, hmmm“, singt Barbara Morgenstern, und eine solche Zeile lässt man natürlich nicht liegen, wenn man über eine Platte schreibt. Vielleicht weiß die Berliner Songwriterin das auch. Sehr wahrscheinlich sogar. Denn auf „Sweet Silence“ hat sie alles weggelassen, was unwesentlich, nicht berichtenswert ist. Mit Stimme, Old-Skool-Keyboard und ein paar Beats hat sie ein melancholisches, minimalistisches Meisterwerk aus mit Sade-Eleganz dahingleitenden Melodien geschaffen. Jeder Song ein Hit natürlich. Süßer als die Stille.


Die grüne Revolution

Zum ersten Mal sehe ich sie selbst, die Wutbürger aus dem Fernsehen, und es sind viele, und sie sind überall, vor allem hier im Innern des berühmten halb zerstörten Stuttgarter Bahnhofs, dessen Reste sie grimmig und mit erhobenen Nordic-Walking-Stöcken verteidigen. Diese alten, stolzen, rechthaberischen und eben ungeheuer wütenden Menschen, die den aufrechten Gang üben nach dem zweiten Schlaganfall, sind nun die Sieger der Geschichte. Ihre Revolution hat das alte Regime hinweggefegt. Die CDU regierte das Land 58 Jahre lang. Der alte Herrscher, ein dicker Mann namens Mappus, ist wie vom Erdboden verschluckt, wie Ben Ali in Tunesien oder Mubarak in…
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