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MGMT Little Dark Age 


Ben Goldwasser und Andrew VanWyngarden haben nie versucht, ihren weltweit erfolgreichen Ohrwurm „Kids“ von 2008 zu kopieren. Stattdessen entpuppten sich die beiden darauffolgenden MGMT-Werke, „Congratulations“ (2010) und „MGMT“ (2013), als eher sperrige Abenteuer in Psychedelialand. Für Außenstehende, die auf die neuen Pet Shop Boys gesetzt hatten, schwer zu verstehen. MGMT waren seltsam, aber immer lustig, clever und zeitlos.

Jetzt, mit Album Nummer vier, der große Wurf? Der vorab veräußerte Titeltrack schien, als sympathisches Augenzwinkern in Richtung Dark Wave und The Cure mit einem Hauch Barock, auf eine neue Ausrichtung hinzudeuten. Doch auf die zugegebenermaßen nicht schwer zu durchschreitende Dunkelheit folgen nun die Sterne: Schon zu Beginn bekräftigt „She Works Out Too Much“, dass wir es hier mit grell leuchtenden Pop-Schaluppen zu tun haben. Als hätte Überproduzent Trevor Horn (ABC, Frankie Goes To Hollywood) seine Finger im Spiel, pendelt sich der Song zwischen Propaganda und Thomas Dolby ein. „When You Die“ lässt Horns Buggles mit Yachtrock, mit Steely Dan und 10cc kollidieren, während sich „Me And Michael“ (ursprünglich als „Me And My Girl“ konzipiert) als das beste OMD-Stück seit „Dreaming“ (der 1988er Hit) offenbart. „James“ schließlich singt VanWyngarden tiefer als gewohnt – angeblich einer nächtelangen Schreiattacke nach einem Acid-Trip geschuldet. Und hört man plötzlich eine spanische Gitarre, darf man sich auch nicht wundern.

Jeder Song eine eigene Milchstraße: Trotz überbordender Produktion scheinen sich die beiden Amerikaner völlig schwerelos zu bewegen. Alles wirkt irgendwie vertraut und in den 80er-Jahren verankert, aber gleichzeitig neu und sehr eigen. Auch dank eines riesigen Fuhrparks an altmodischen Synthesizern, der Mediation von Patrick Wimberly von Chairlift und der Endproduktion von Dave Fridmann. Sowieso vom gleichen Raumschiff: Connan Mockasin sowie Ariel Pink, dem sich die Zeilen „Go fuck yourself/ You heard me right/ Don’t call me nice again …“ verdanken.

Ja, tatsächlich: der große Wurf! Synthiepop 2018 hat sich nach „Little Dark Age“ zu richten. (Sony)


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