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Roy Orbison The MGM Years 1965-1973

Universal

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Roy Orbison hatte 1964 mit „Oh, Pretty Woman“ gerade den Höhepunkt seines weltweiten Erfolgs erreicht, da erhielt er von MGM ein Millionen­angebot, das er nicht ablehnen konnte. Zwar bot ihm auch Monument, das Label, für das er unzählige Hits schrieb, einen ähnlichen, für damalige Zeiten geradezu spektakulären Deal an, doch MGM lieferte etwas, das der Sänger zu dieser Zeit wirklich begehrte: die Hauptrolle in einem Kinofilm.

„The MGM Years 1965–1973“ versammelt elf LPs und einen Soundtrack („The Fastest Guitar Alive“), der jahrelang nicht mehr erhältlich war. Hinzu kommt eine neu zusammengestellte Disc mit B‑Sides und Singles, die auf keinem der Studioalben zu finden sind. Darunter befinden sich Schätze wie „Shy Away“, in dem Orbison die überraschenden Zeilen „You are too much of a woman/ When will you understand/ I’ve got a lot of devil in me/ So never hold my hand again“ singt, sowie die siebenminütige Psychedelic-Rock-Oper (!) „Southbound Jericho Parkway“, in der es um einen Familienvater geht, der mit seinem Auto mutwillig in den Tod fährt und seine trauernde Familie zurücklässt.

Obwohl die Zeit bei MGM zur produktivsten in seiner Karriere gehörte, sind viele der Stücke im öffentlichen Gedächtnis verblasst. Orbi­son, der das Talent besaß, mit seiner beseelten Stimme und nur wenigen Tönen sämtliche Spektren menschlichen Leids anzustimmen, musste in seiner Zeit bei MGM selbst kaum zu ertragende Schicksalsschläge hinnehmen: Im Juni 1966 verstarb seine erste Frau, Claudette, bei einem Motorradunfall, und 1968, nur wenige Tage nachdem er mit Barbara Wellhöner Jakobs eine neue Liebe gefunden hatte, wurden seine beiden ältesten Söhne, Roy Dewayne und Tony, bei einem verheerenden Brand im Familienheim in Tennessee getötet.

Es ist kaum zu glauben, mit welcher Innovationslust und Experimentierfreude Orbison trotz dieser tragischen Ereignisse fast täglich ins Studio ging. Wenn man nur einmal all die Platten von „There Is Only One Roy Orbison“ bis „Milestones“ einander gegenüberstellt, beeindruckt vor allem, wie stark sich die einzelnen Werke stilistisch voneinander unterscheiden. Ein kenntnisreich geschriebenes Booklet und liebevoll gestaltete Replicas der Schallplattenhüllen runden die wohl relevanteste Orbison-Veröffentlichung der letzten Jahre ab.

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