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Veronica Falls Waiting For Something To Happen


Belle Union/Cooperative


von

Veronica Falls verhalten sich zu den Shop Assistants wie Michael Kiwanuka zu Otis Redding. Die Londoner Band um die Stimmen und Gitarren von Roxanne Clifford und James Hoare hat den Sound der einst von der britischen Musikpresse so identifizierten Class of 86, kurz C 86, mit beeindruckender Gründlichkeit auswendig gelernt. Dafür muss man jedoch einräumen, dass Veronica Falls auch auf ihrem zweiten Album – und gerade auch im Albumformat – besser und charismatischer klingen als die jinglejanglenden Originale. Das liegt auch daran, dass sie die Sounds von deren Vorbildern – vor allem die zarteren Motive Velvet Undergrounds und ein bisschen klingelnde Sixties-Psychedelic – selbstbewusster und kompakter zusammenfassen. Veronica Falls shamblen – wie John Peel das Klangprinzip einst nannte – in durch allerlei sanften Fuzz gut wattierten Stiefeln durch kurze, hoch melodiöse Songs. Das erste Album durchwehte dabei eine gewisse Goth-Sehnsucht, es ging um die Selbstmörderklippe „Beachy Head“ und Gespenster und solche Dinge. Ob das auch diesmal so ist, kann man erst mal unter der heroinwarmen Watte über der Musik und wegen der sehr apart ineinander hineinpuschelnden Stimmen nicht sagen. Vielleicht also unterstellt man bloß das diffuse Gefühl der Bedrohung, das die nächtlichen Autofahrten im bezaubernden „Teenage“, das aufgeregte temporeiche Scheppern von „My Heart Beats“ oder die vielleicht gar nicht metaphorische Idee von „Buried Alive“ verbreiten. Aber auch ohne solche konzeptuell-hintersinnige Cleverness zieht sich eine schon neue, etwas aufrauende Energie durch die hübschen und zärtlichen Stücke – mit dem Effekt einer sehr erfreulichen, wenn schon nicht modernen, dann doch aktuellen Kante.


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