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Unser Interview mit Scooter: Und ewig bollert der Bass


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Höflich ausgedrückt: Die Musik polarisiert. 17 Jahre nach dem ersten Hit hat sich das Party-Techno-Trio Scooter – anfangs als 90er-Novelty-Act verlacht – allerdings einen hervorragenden Platz zwischen Kult und Kommerz gesichert. Und tritt am 25. Juni in der Hamburger Imtech Arena auf, als erste lokale Band. 20.000 Zuhörer werden erwartet – Grund genug für ihr erstes ROLLING-STONE-Interview.

Sind Scooter die AC/DC des Techno?

Rick Jordan: Ja, wahrscheinlich. Jedenfalls hören wir das nicht zum ersten Mal.

Stört es Sie, dass Kritiker Ihre Musik nicht besonders mögen?

HP Baxxter: Als 16-Jähriger war ich Heavy-Metal-Fan, aber in der Presse wurden Bands wie AC/DC und Motörhead ignoriert oder als Schrott abgetan. Irgendwann hat sich das ins Gegenteil verkehrt. Ich habe schon immer gehofft, dass es mit uns ähnlich laufen würde.

Sieht so aus. Jetzt spielen Scooter in der Hamburger Imtech Arena, dem Stadion des HSV.

Michael Simon: Unsere Stärke liegt ganz klar in der Inszenierung. Wir wissen, wie man etwas so verpackt und aufbauscht, dass die Leute noch mehr Gänsehaut kriegen als beim letzten Mal.

Das Songwriting spielt da sicherlich eine weniger große Rolle.

Jordan: Wir sind nicht die Sorte Typen, die auf der Gitarre ein Lied schreiben …

Baxxter: … weil wir’s nicht so können. Hätte ich das Talent, wäre ich der Erste, der sagen würde: „Wir machen das jetzt nur noch so.“

Jordan: Wir nehmen aber auch nicht einen zehn Jahre alten Hit, legen eine Bassdrum drunter und spielen das einfach ab.

Früher wurden Scooter sogar von der Techno-Szene verlacht. Einige der DJs, die Sie in „Hyper Hyper“ begeistert aufzählten, waren davon peinlich berührt.

Baxxter: Ich fand es seltsam, dass sich vor allem das Label Low Spirit so sehr beschwert hat. Wenn Marusha oder Mark ‚Oh in den Charts landeten, war das okay – bei uns hieß es: Ausverkauf!

2008 verdrängten Sie mit dem Album „Jumping All Over The World“ sogar Madonna von Platz eins der britischen Charts.

Baxxter: Und das alles nur, weil ich auf YouTube zufällig einen Streetdance namens Jumpstyle entdeckt hatte. Eine super Sache! Manche Kids hüpften sogar im Wohnzimmer ihrer Eltern herum, vor der Schrankwand voller Familienfotos.

Und dann haben Sie ein ganzes Album im Jumpstyle-Sound eingespielt.

Simon: Einige nannten ihn sogar den „Scooter Dance“, und ein paar Tanzschulen haben ihn in ihr Programm aufgenommen.

Man hat trotzdem das Gefühl, dass die meisten Scooter-Tracks nach dem gleichen Schema funktionieren.

Baxxter: Oft haben wir einen Refrain in Form eines Schlachtrufs – „How Much Is The Fish?“ –, und danach kommt eine Melodie, in dem Fall diese Dudelsack-Weise.

Jordan: Der Slogan stammt aus dem Song „Buffalo“ der britischen Band Stump.

Wie kommen Sie eigentlich auf Gaga-Parolen wie „Respect the man in the ice cream van“?

Baxxter: Die Zeile war ein versteckter Gruß an unsere Idole The KLF. Die sind mal vor Weihnachten in einem Eiswagen durch London gefahren und haben Bier an Obdachlose verteilt.

Tolle Idee!

Baxxter: Als ich mir nach Veröffentlichung des Songs einmal in Hamburg an einem Wagen ein Eis bestellte, sagte der Verkäufer zu mir: „Das kriegst du jetzt umsonst!“


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