Once in a lifetime: So war mein Tanz mit Bruce Springsteen auf dem Roskilde
Für ein paar Minuten war Friederike Rörhup nicht nur im siebten Himmel sondern auch auf der Bühne mit Bruce Stringsteen - auf der Orange Stage des Roskilde Festivals. Für uns schrieb sie auf, wie sie den Moment erlebte und wie er sie nun im Alltag begleitet.
Foto:
Privat
Friederike Rörhup beim Tanz mit Bruce Springsteen
Die Bahn ist voll, es ist Montagmorgen um 8:00 Uhr, und alle
müssen zur Arbeit. Wie schwer wiegt da doch manches Mal der
Alltagskater. Ich hole meinen MP3-Player heraus, suche das
richtige Lied aus, und schon singt mir Bruce Springsteen direkt
ins Ohr. Schon nach der ersten Zeile „I get up in the morning,
and I ain’t got nothing to say…“ breitet sich ein Lächeln auf
meinem Gesicht aus und meine Gedanken schweifen ab...
...ich stehe wieder in der ersten Reihe vor der Orange Stage auf
dem Roskilde Festival. Einmal Bruce Springsteen nicht aus der
Entfernung auf Leinwand zu sehen, sondern wahrhaftig zum Greifen
nahe zu haben. Welches Mädchen mit dem richtigen Musikgeschmack
träumt nicht davon? The BOSS rockt, etwa 80.000 Leute feiern und
singen mit. Ganz vorne im Wellenbrecher wird getanzt, gesprungen
und gedrückt, und immer, wenn Bruce nach vorne kommt und die Fans
ihn berühren können, tobt die Menge. Leider stehe ich irgendwie
etwas zu weit rechts… Doch dann sieht er mich plötzlich an, kommt
doch in meine Richtung, mein Herz schlägt schneller, und als er
mich umarmt und mir einen Kuss auf die Wange gibt, ist das gefühlt
schon wie ein Ritterschlag. Danach müssen meine leuchtenden Augen,
mit denen ich hin und weg das ganze Konzert verfolge, trotz
Scheinwerfer selbst Bruce Springsteen dort oben geblendet haben,
denn im letzten Teil von „Dancing in the Dark“ kommt er zielstrebig
die Bühne entlang auf mich zu. An die Tänzerin, die er meist bei
diesem Song auf die Bühne holt, denke ich in diesem Moment zwar
nicht, doch ich zögerte auch keine Sekunde, als er mit breitem
Grinsen vor sich auf die Bühne zeigt und mich dann mit einer
lässigen Handbewegung zu sich winkt. Bruce Springsteen! Mein Herz
setzt einen Schlag aus, meine Knie verlieren an Stabilität, und die
folgenden Minuten spielen sich ab wie im Film…
Ich tanze mit Bruce Springsteen im Arm, bin wie in Trance und kann
das alles gar nicht fassen… Die Scheinwerfer beleuchten die riesige
jubelnde Menge… Die lebende Legende ist so nah, dass ich jede
einzelne Lachfalte in seinem charismatischen Gesicht ausmachen
kann... Eine Drehung, eine Verbeugung zum Abschluss, und schon ist
der Moment auch wieder vorbei… Und was bleibt, ist ein
salziger Geschmack auf meinen Lippen, als ich ihn zum Abschied auf
die Wange küsse...
15 minutes of fame - ich bin noch immer voller Glücksgefühle so nah an dem für
mich größten lebenden Rockstar gewesen zu sein – ein once in a lifetime Erlebnis,
das ich nie vergessen werde.
Mit dem Ausklang des Refrains „...Even if we're just dancing in
the dark” ist das Lied vorbei, ich komme langsam wieder in der
Realität an, aber das Lächeln auf dem Gesicht bleibt – und wofür
gibt es die Wiederholungfunktion…
Und hier noch einmal der Song (der Tanz beginnt bei Minute 4.30):
Wie kürzlich berichtet, wurde Bruce Springsteen bei seiner Show auf dem Hard Rock Calling bei "Twist And Shout" der Saft abgedreht. Bei seinem gestrigen Gig in Dublin griff Springsteen den Vorfall auf amüsante Weise wieder auf und raufte sich auf der Bühne mit einem (natürlich nicht echten) Polizisten.
Am Samstag spielte Bruce Springsteen beim "Hard Rock Calling"-Festival in London zusammen mit Paul McCartney - zu lang. Zum Konzertende wurde ihnen der Strom abgedreht.
Hier finden Sie unsere täglichen Berichte und unsere Fotos zum diesjährigen Roskilde Festival, auf dem u. a. Bruce Springsteen, Björk, Bon Iver, Jack White und The Roots spielten.
Kommentare (1)
Dancin in the dark
MArjana
von marjana.juen@chello.at am 16. August 2012 20:28 Uhr