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25 Jahre Cypress Hill, live in Berlin: Fünf beflügelnde Hits from the Bong

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25 Jahre Cypress Hill, live in Berlin: Fünf beflügelnde Hits from the Bong

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1. Walk of Fame

In der idyllischen Festungsanlage ist heute unverkennbar die erste Style-Liga unterwegs. Allen voran: Der Fischerhut, der zwar niemandem richtig steht, aber dank Cypress Hill vor fast 20 Jahren zum Mainstream-Hype avancierte. Bei den nostalgischen Fans lebt der Trend 2016 wieder auf. Genauso wie Basketball-Trikots, Baggy Bermudas, dämonische Alien- und Hanfpflanzenmotive, sowie die Oldschool-Labels Rules und Ecko. Support Karate Andi trägt eine umgedrehte Baseball-Cap mit Polo-Pferdchen und den in der Kindheit so verhassten Brustbeutel – des deutschen Angstbürgers Lieblings-Accessoire.

2. Straight Edge Karate Andi

Der Eckkneipenhustler und Chartstürmer hat schon bessere Tage gehabt, die große Bühne ist heute nicht sein zu Hause. Aber die  Ehrlichkeit sein Rettungsanker. Gleich zu Beginn verkündet er offenkundig seine Lustlosigkeit („ich weiß, ihr wollt alle nur Cypress Hill sehen, ich auch!“), schaltet fast in den Leerlauf und kann nach einer knappen halben Stunde gar nicht schnell genug von der Bühne abziehen.

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3. Rap-Avantgarde mit Herz

Wer hätte gedacht, dass das 90er Jahre Teenie-Phänomen Cypress Hill, deren Kiffer-Sound („I wanna get high, so high“) an Flaschendrehen auf der Konfi-Freizeit oder „krassen“ Kellerparties erinnert, so lange überleben? Vielleicht, weil ihnen nie langweilig wurde. Die L.A,-Combo mit Latino-Background experimentierte schon früh mit Rockmusik herum, ging u.a. Zweit-Projekte mit Pearl Jam, Sonic Youth ein und ebnete als Mit-Erfinder des Crossover für Kanye und Co. den Trampelpfad abseits der Genre-Grenzen. Zwei Jahrzehnte später überzeugen die Rap-Urgesteine ab der ersten Minute mit einer kraftvollen Bühnenpräsenz und Spaß an der Sache: Sen-Dog zieht Fratzen, spielt mit den Fans, B-Real setzt sein Markenzeichen auf, die nasale Muppetshow-Stimme, und sendet Liebesbekundungen in die Menge. Die Songdramaturgie wirkt stimmig, ein unverkennbarer Flow in der Luft. Die Hymne „Rap Superstar“ mit durchschlagenden Drums und Gitarrenriffs zum Showdown des Abends hinterlässt Gänsehaut.

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4. Quatschrap vs. politische Ernstlage

Vordenkertum beweisen Cypress Hill auch bei ihrer unermüdlichen Mission um die Cannabis-Legalisierung, die seit Geburt der Band ein ernstes Anliegen ist – und zumindest in den USA fast die Hälfte aller Staaten erreicht hat. Absehbar, dass der Bühnenmoment, an dem sich B-Real den obligatorischen Joint anzündet, einem heiligen Ritual gleicht, bei dem auch die
Jünger im Publikum bald in einer friedlich machenden Nebelwolke schwelgen. Doch auch, wenn die größten Hits der Westcoast-Combo, „Dr. Greenthumb“, „Hits from the Bong“ oder „Insane in the Brain“, eher Spaßmusik mit flachen Aussagen sind: Die Jungs sind nicht auf den Kopf gefallen. Prophets of Rage ist das aktuelle Projekt zwischen B-Real, Mitgliedern von Rage Against The Machine und Public Enemy, das unter dem Slogan „Make America rage again“ die selbsternannte „Elite Task Force“ revolutionärer Musiker bildet, um im verstrahlten US-Wahlkampf ein Machtwort der Aufklärung und Selbstbestimmung zu sprechen.

5. Gewaltfrei high

„We gettin messed up tonite, that’s right, dont wanna fight, lets ride“! Im Crowd-Battle tritt die rechte „High-Side“ (weil noch bekiffter) mit dem Cover von „Jump“ in Glückseligkeit gegen die krawallfreudige linke Publikumshälfte zum Intro von „Smells like Teen Spirit“ an. Hells Angels mit Gesichtstattoos, halbverschranzte Kellerkiffer, World of Warcraft Junks, HipHop-Hipster, Rasta-Hippies und Teenies driften gemeinsam maximal grinsend durch die Nacht.

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Im August erscheint das neue Cypress Hill Album „Elephants On Acid”.

Am Freitag (17. Juni) gastieren Cypress Hill in Hamburg, in der Stadtpark-Freilichtbühne.

Simone Fuchs
Simone Fuchs
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