„70.000 Tons Of Metal“: Das Festival auf hoher See

Miami Beach, Vor dem Ablegen, Samstagabend

Bei Miami Vice schien immer die Sonne, da bin ich sicher. Flamingos, knappe Bikinis und Polizisten in pinken Hemdchen. War ja Florida. Nicht Metal, aber sonnig. Und hier ist es echt kalt. Was soll das denn? Haben wir uns verflogen? Nee, oder? Es ist Samstagabend, gerade ist der METAL HAMMER in Miami angekommen – und wir frieren. Am Montag wird die “Majesty Of The Seas” ablegen, bis zur Insel Cozumel vor Mexiko schippern und zurück.

Schon an diesem Samstag reisen die ersten Fans, Mitarbeiter, Medienvertretern und Musiker an. Schon am Flughafen in Düsseldorf saßen Dark Tranquillity (an einer Bar, heißt es), auch Teile der Amon Amarth-Crew stieg dort ein, außerdem Musiker von Blind Guardian. Deren Gitarrist Marcus Siepen wusste – wie wir alle – auch nicht genauso, was ihn so erwartet. Man mutmaßt: über 2.000 Betrunkene im Pool oder die Wechselwirkung zwischen Seekrankheit und sehr-viel-Bier-Krankheit. Wir werden sehen.

Endlich an Bord

Die Kabinen sehen aus wie kleine Hotelzimmer – nicht schlecht. Manche haben einen Balkon, andere ein Bullauge oder Fenster, andere sind mehr Richtung Schiffsinneres angelegt und müssen ohne viel Tageslicht auskommen. Das sieht gut und bequem aus, alle Zimmer sind recht schnell zu erreichen. Man kann also zwischen Band drei und vier oder nach Pils fünf auch mal eben „nach Hause“ schlappen. Cool.

Erste Station nach der Orientierungsphase: Essen auf dem 11. Deck. Dort gibt es ein großes Büffet, ziemlich genau wie im Urlaub. Die Verpflegung ist im Preis inbegriffen und ziemlich gut. Hier laufen auch Schmier von Destruction, Chuck Billy von Testament und die Jungs von Unleashed herum. Irgendwo soll es einen „Artist Bereich“ geben, aber das schient keinen zu interessieren.

Drei Bühnen gibt es auf der „Majesty Of The Seas“: Oben am/auf dem Pool, im schiffseigenen Theater namens „A Chorus Line“ (das ist quasi die Hauptbühne) und in einer Bar namens „Spectrum“, wo offensichtlich sonst die Lounge-Band zum Tanz bittet (hier müssen die Bands mit weniger Platz auskommen).

Deluxe-Bühnen des Luxusdampfers

Als es endlich losgeht, werden die Augen groß: Im Theater gibt es neben der freien Fläche vor der Bühne (auf Teppichboden!) jede Menge Ledersessel, Am-Platz-Service und eine Galerie, die gute Sicht aus der Vogelperspektive bietet. Mehr als 700 Leute passen hier wohl nicht rein, und ganz voll ist es nicht. Überhaupt verteilen sich die Leute auf dem Schiff, weil man immer wieder irgendwo hängenbleibt oder einfach unterwegs ist.

Den kompletten Erlebnisbericht von Chefredakteur Christof Leim, welche Bands er traf, und wer doch noch seekrank wurde, steht inklusive vieler Bilder in seinem ausführlichen Blog im 70.000 Tons of Metal im METAL HAMMER-Blog.


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