The Black Crowes

„A Pound Of Feathers“

Silver Arrow/Bertus (VÖ: 13.6.)

Die Robinson-Brüder bleiben bei hartem Bluesrock.

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Ein Pfund Federn wiegt bekanntlich auch nicht mehr als ein Pfund Steine, aber es fühlt sich doch anders an, wenn es einem auf den Kopf fällt. „A Pound Of Feathers“, das zehnte Album der Black Crowes, kommt nicht sehr leicht daher, schon beim Auftaktsong „Profane Prophecy“ schrammelt Rich Robinson die Gitarre richtig heftig, und sein Bruder Chris singt dazu wie eh und je aus vollem Herzen. Er mag jetzt in Los Angeles leben, seine Seele ist in Atlanta geblieben, beim Southern Rock und Blues.

Die Städte brennen, die Menschen bluten, die Black Crowes machen weiter

Nach ihrem Reunion-Album „Happiness Bastards“ (2024) haben sie sich wieder mit Produzent Jay Joyce in Nashville zusammengetan und nur eineinhalb Wochen für die Aufnahmen veranschlagt. Sie wollten ihren Schwung nicht verlieren (oder sich nicht zerstreiten). Manches wirkt ein bisschen unausgegoren, manches hat man schon etwas zu oft gehört –zum Beispiel den recht stumpfen Chorus von „Cruel Streak“, auf den jede 80er-Jahre-Hardrockband stolz gewesen wäre. Wenn sie zu sehr bratzen, wie auch in „Do The Parasite!“, hören sie sich eher nach Mottenkiste als nach alten Seelen an, die sanfter groovenden Lieder wie „High & Lonesome“ oder „Eros Blues“ reißen es raus.

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„The good times never end“, behauptet Chris Robinson in „Pharmacy Chronicles“, aber er greint so überzeugend, dass ihm das niemand glauben wird. Manchmal helfen eben weder Pillen noch Priester – und genau in diesen verzweifelten Momenten entstehen ja oft die rührendsten Songs. Es gibt keine Freude ohne Sorgen, ergänzt er in „Queen Of The B-Sides“ – vor Klischees hat sich diese Band nie gefürchtet. Solange sie gut klingen! Am Ende wird es mit „Doomsday Doggerel“ noch mal ganz finster, fast psychedelisch. Die Städte brennen, die Menschen bluten, die Black Crowes machen weiter. So viel scheint sicher.

Diese Review erscheint im Rolling Stone Magazin 3/2026.