ESC-Sensation: Erstmals seit 1999 erklingt echte Violine live auf der Bühne
Finnland bricht ein 26 Jahre altes ESC-Tabu: Linda Lampenius spielt Violine live – ohne Playback. Was das für Wien 2025 bedeutet und wer die Krone holt.
Das ist eine Sensation: Erstmals seit dem Live-Spiel-Verbot von 1999 hat die European Broadcasting Union (EBU) genehmigt, dass ein Instrument auf der ESC-Bühne in Echtzeit erklingt. Beim finnischen Beitrag „Liekinheitin“ („Flammenwerfer“) wird Star-Geigerin Linda Lampenius ihre Violine ohne Playback spielen – ein Tabubruch in einem Wettbewerb, in dem Doppelhals-Gitarren und Co. bisher als reine Requisiten dienten. Gemeinsam mit Sänger Pete Parkkonen setzt Finnland damit auf maximale Authentizität.
Technisch möglich wird dieser Schritt durch neue Funktechnik: Ein am Körper getragenes Mikrofon ersetzt die komplizierte Bühnen-Verkabelung und macht das Live-Spiel auch in weltweiten TV-Dimensionen praktikabel. ESC-Beobachter sehen darin den möglichen Beginn einer neuen Ära, in der musikalische Eigenheiten und echte Performance in den Mittelpunkt rücken könnten.
Der Finnland-Beitrag gilt bei Kennern als heißer Anwärter auf die ESC-Krone – noch vor anderen Favoriten wie Delta Goodrem aus Australien oder dem dänischen Sänger Søren Torpegaard Lund.
Sarah Engels mit Anlaufschwierigkeiten
Deutschland-Hoffnung Sarah Engels ist mitten im Getümmel. Bei der Anreise blieben ihre Bühnen-Outfits in der Gepäck-Sortierung von Eurowings hängen – laut „OE24“ hat sie ihr Gewänd inzwischen zurückerhalten. Dafür kämpfte sie mit plötzlichen Kreislaufproblemen. „Mir ist gerade ganz schwarz vor Augen“, schrieb die Sängerin auf ihren Kanälen.
Victoria Swarovski: Zwischen Köln und Wien
Bereits am heutigen Freitagabend (8. Mai) läuft eine weitere Folge der 19. Staffel von „Let’s Dance“. Als Moderatorin steht die Österreicherin Victoria Swarovski, Spross der gleichnamigen Kristall-Dynastie aus dem tirolerischen Wattens, am Mikrofon.
Direkt danach beginnt für die 32-Jährige die heiße Phase ihres bislang größten TV-Engagements: Gemeinsam mit F4-Radiostimme Michael Ostrowski moderiert sie kommende Woche die 70. Ausgabe des ESC im heimischen Wien.
Im Interview mit dem Schweizer Boulevardblatt „Blick“ beschreibt Swarovski ihr Leben im Ausnahmezustand. Zwischen den Live-Shows von „Let’s Dance“ in Köln und den ESC-Proben in Wien pendle sie derzeit permanent hin und her. „Das ist körperlich und mental fordernd“, sagt sie, betont aber zugleich den Zusammenhalt hinter den Kulissen: „Teamwork makes the dream work.“
Die Vorbereitungen auf den ESC seien ein „riesiges Projekt mit unglaublich vielen Beteiligten“. Seit Wochen werde „alles bis ins kleinste Detail“ geprobt. Entsprechend groß sei auch der Respekt vor der Aufgabe. „Wir sprechen hier von der größten Liveshow der Welt“, so Swarovski. „Genau das macht aber auch den Reiz aus und gibt dir den gewissen Kick.“
Politische Debatten: Zurückhaltende Antworten
Politisch aufgeladene Debatten rund um den Wettbewerb – insbesondere die Proteste gegen die Teilnahme Israels – kommentiert die Moderatorin zurückhaltend. „Der ESC ist für mich eine Unterhaltungsshow. Es geht um Musik, um Künstler und um Gemeinschaft. Musik verbindet, unabhängig von politischen Themen.“
Dass die Veranstaltung für sie persönlich emotional aufgeladen ist, zeigt ihr Blick auf die eigene Fan-Biografie. Besonders präsent sei ihr der Sieg von Lena Meyer-Landrut: „Das war der erste Euro-Contest, den ich bewusst als Kind geschaut habe.“
Ihren Schweizer Vorgängerinnen Michelle Hunziker, Hazel Brugger und Sandra Studer zollt sie Respekt. „Wow, die drei haben das großartig gemacht“, sagt sie. Dennoch wolle sie gemeinsam mit Ostrowski „unser Ding machen und der Show unseren Stempel aufdrücken“.
Für Co-Moderator Ostrowski findet sie warme Worte: „Michael ist unglaublich schlagfertig, sehr humorvoll und bringt eine ganz eigene Energie mit.“ Entscheidend sei nicht das Geschlecht der Moderierenden, sondern „die Chemie. Und die stimmt bei uns total.“
Insgesamt wolle man Österreich als Land präsentieren, das „für Qualität, für Gastfreundschaft und auch für eine gewisse Leichtigkeit“ stehe. Auf mögliche Show-Highlights angesprochen, bleibt sie vage: „Wir haben auf jeden Fall ein paar Überraschungen geplant.“
Segen und Fluch: Der Name Swarovski
Neben ihrer Fernsehkarriere bleibt Swarovski wegen ihres berühmten Nachnamens eine öffentliche Projektionsfläche. Die Moderatorin, Sängerin und Unternehmerin – Tochter der Swarovski-Dynastie und Partnerin von Red-Bull-Erbe Mark Mateschitz – spricht offen über die Ambivalenz ihres Familiennamens. „Für mich ist der Name Segen und Fluch zugleich“, erklärt sie. Zwar könne der Name Türen öffnen, „aber am Ende zählt die eigene Leistung“. Gegen das Vorurteil, ihr falle alles leicht, wehrt sie sich deutlich: „Ich arbeite sehr hart und viel für meinen Erfolg.“