Sarah Engels beim ESC 2026: Zwölf Punkte – aber null vom Publikum

Sarah Engels hat beim ESC 2026 bescheiden abgeschnitten. Wer uns dennoch ein paar Pünktchen gab.

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Bulgarien feiert seinen ersten ESC-Sieg, doch für Deutschland endete der Eurovision Song Contest 2026 erneut mit einer Enttäuschung. Sarah Engels landete mit „Fire“ auf Platz 23 von 25. Nur Österreich und Großbritannien schnitten noch schlechter ab. Insgesamt erhielt die deutsche Kandidatin gerade einmal zwölf Punkte. Die kamen ausschließlich von den Jurys: vier Punkte aus Portugal, vier aus Italien, zwei aus Belgien und zwei aus Bulgarien.

Bei den Zuschauern durchgefallen

Besonders bitter: Aus dem Televoting bekam Engels keinen einzigen Punkt. Das bedeutet allerdings nicht, dass nirgendwo Zuschauerinnen und Zuschauer für Deutschland angerufen oder online abgestimmt hätten. Beim ESC erhalten im Publikumsvoting nur die zehn beliebtesten Songs eines Landes Punkte – nach dem bekannten Schema von 1 bis 8, 10 und 12 Punkten. Engels schaffte es mit „Fire“ offenbar in keinem Land unter diese jeweilige Top Ten.

Von einem knappen Scheitern an den vorderen Plätzen kann bei diesem Ergebnis dennoch keine Rede sein. Zwischen Deutschland und Platz zehn lagen Welten: Griechenland erreichte mit Akylas und „Ferto“ den zehnten Platz mit 220 Punkten, also 208 Punkte mehr. Selbst Litauen auf Platz 22 lag mit 22 Punkten noch zehn Punkte vor Deutschland.

Deutsche Sprache, Unglückssprache?

Auffällig ist in diesem Jahr auch ein kleiner Sprach-Fluch: Beiträge mit deutschem Text landeten geschlossen am Ende des Feldes. Der britische Beitrag von Look Mum No Computer hieß „Eins, Zwei, Drei“ und wurde mit nur einem Punkt Letzter. Österreich schickte COSMÓ mit „Tanzschein“ ins Rennen und landete mit sechs Punkten auf Platz 24. Sarah Engels sang mit „Fire“ zwar auf Englisch, doch aus deutscher Sicht passt das Ergebnis trotzdem in den düsteren Trend des Abends: Deutschsprachige Titel und deutsche ESC-Hoffnungen hatten in Wien keinen guten Abend.

Die Gewinner des Abends

Bulgarien gewann mit DARA und „Bangaranga“ überraschend klar mit 516 Punkten – der erste ESC-Sieg des Landes. Israel wurde mit Noam Bettan und „Michelle“ Zweiter, Rumänien mit Alexandra Căpitănescu und „Choke Me“ Dritter. Der große Favorit Finnland, der vor dem Finale bei den Wettquoten vorne gelegen hatte, kam am Ende nur auf Platz sechs.

Für Engels war die Ausgangslage allerdings schon vor dem Finale schwierig. Deutschland war bei den Buchmachern weit abgeschlagen, zudem musste sie bereits auf Startplatz zwei antreten – eine Position, die unter ESC-Fans als besonders undankbar gilt. Direkt nach Dänemark und unmittelbar vor Israel zu singen, war dramaturgisch kaum ein Geschenk. Trotzdem erklärt der Startplatz allein nicht, warum Deutschland im Publikumsvoting komplett leer ausging.

Kristina Baum schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.