Sananda Maitreya – Juvenilia: The Columbia Years

Terence Trent D’Arby wollte Prince und Michael Jackson herausfordern – und scheiterte spektakulär an sich selbst.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Sananda, wer? Wie Prince gab sich auch Terence Trent D’Arby einst einen neuen Künstlernamen, aber anders als sein Vorbild hat er ihn bis heute beibehalten (nennt sich aber nicht „TAFKATTD“). Im Jahr 1987 warf der amerikanische Ex-Soldat seinen Hut zu Prince und Michael Jackson in den Ring, und in der Ära von „Sign O‘ The Times“ und „Bad“ wurde sein Debüt „Introducing The Hardline According To“ mitsamt an James Brown geschultem Sixties-Soul („Dance Little Sister“) ein spektakulärer Erfolg. Er rüttelte an Hierarchien.

Liner Notes – selbst verfasst

Und so wie Prince nach „Purple Rain“ versuchte D’Arby sich danach an orientalischer Sitar-Exotik, aber der Flop von „Neither Fish Nor Flesh“, dessen sprichwörtlicher Titel allein, was er vielleicht nicht wusste, negativ konnotiert ist, hat sein Selbstverständnis stark angekratzt. Sein viertes Album nannte er „Vibrator“, ein verzweifelter Schrei um Aufmerksamkeit. D’Arbys Karriere hat sich nie davon erholt, aber er sieht noch immer aus wie 25 und lebt glücklich in Italien.

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Diese Kollektion umfasst seine ersten vier LPs als Remaster und mit Liner-Notes, die er erstaunlicherweise selbst verfasst hat. Vor allem zeichnet das Reissue eine in D‘Arbys Zeit einmalige Karriere nach: Von der Black-Music-Rebellion und dem ersten – und einzigen – Nummer-eins-Hit („Wishing Well“) zu einem Auteur, der schon ab der zweiten Platte keine Singalongs mehr komponieren wollte – oder konnte? Als er 1993 sein drittes Album mit dem programmatischen Titel „Symphony or Damn“ veröffentlichte, ein Comeback-Versuch, tat er einem fast leid: Hardrock wie „She Kissed Me“ war unter seinem Niveau.

Aber das Duett mit Des’ree in „Delicate“, ein besseres „Sign Your Name“? Das hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Als Sananda Maitreya hat er 2024 sein jüngstes Album veröffentlicht – sein dreizehntes: „The Pegasus Project: Pegasus & The Swan“. Ein zweites, heimliches Leben im Abenteuer.