Maisie Peters
„Florescence“
WARNER (VÖ: 22.05.2026)
Sanfter, kluger Selbstfindungs-Pop aus Brighton
Man hat schon lange im Vorfeld gehört, wie Maisie Peters ihr drittes Album versteht: als eine sanfte Hinwendung zu sich selbst. Die britische Sängerin sprach davon, dass sie Frieden, Hoffnung und Stärke gefunden habe. Auf „Florescence“ ist die dazu passende Musik. Peters singt zu akustischen Gitarren und dezenten Ornamenten leise Lieder vom Ankommen und von der Vergebung. Das ist neu, bekannt ist Peters eher für ironische Texte über das Chaos der adoleszenten Liebe. Gleich im Auftakt verabschiedet sie sich von Glitzerwelten und Beauty-Wahn. „I’ve never been the angel in the perfume ad/ My body is a temple, not a bachelo- rette pad/ My cups are barely A/ My teeth aren’t straight/ My jeans are as cool as my music taste/ Glitz and glamour / Who gives a fuck/ When I’m in love.“
Billig sind solche Zeilen hier nie, weil man in Peters‘ Stimme einen zärtlichen Ernst spürt. Etwas beim mit Country-Aromen angereicherten „Houses“: Peters erzählt die Geschichte von einem, der Musiker werden wollte und nun einen Kinderwagen schiebt. Hätte er sie nur ein bisschen weniger geliebt! Auf „Florescence“, das in Nashville aufgenommen wurde, mischen sich Seventies-Country-Folk-Farben mit zeitgemäßem Pop-Sounddesign. Das ist die Produktionsidee dieses Albums – schön zu hören etwa beim Seventies-Softrocker „Girl’s Just Flying“.
Bei zwei Liedern singt Marcus Mumford im Duett: „If You Let Me“ ist ätherischer Songwriter-Folk wie von Mumford & Sons, das tolle „Say My Name In Your Sleep“ hat die verwunschene Atmosphäre der späten Fleetwood-Mac-Alben. Ein Höhepunkt ist das zur Gitarre gesungene „Audrey Hepburn“, in dem Maisie Peters mit ihrem Liebsten aufs Land ziehen will. „I wanted to be immortal/ Now I’m fine with growing old/ Cherries in the summer/ Blackberries in the cold.“