Warum „Total Eclipse Of The Heart“ falsch verstanden wird
Ursprünglich wurde der größte Hit von Bonnie Tyler als Vampir-Liebeslied geschrieben.
„Total Eclipse of the Heart“ gehört zu jener Art von großer, bombastischer Power-Ballade, die nur aus der Feder des häufigen Meat-Loaf-Kollaborateurs Jim Steinman fließen konnte. Er nannte die Nummer in einem Interview mit dem Magazin „People“ einen „wagnerischen Ansturm von Klang und Emotion“.
Das Attribut des Wagnerischen tauchte dabei sicherlich nicht zum ersten Mal im Pop-Kontext auf. Auch Phil Spector verwendete den selben Begriff Jahrzehnte vorher, um seine Wall Of Sound als „kleine Symphonien für Jugendliche“ und einen „wagnerischen Ansatz an den Rock ’n‘ Roll“ zu bezeichnen.
Ungeachtet des ausgeprägten Antisemitismus Wagners (1850 veröffentlichte er erstmals seinen Aufsatz „Das Judenthum in der Musik“) zog auch Steinman den Vergleich, um den Bombast seines Songs zu untermalen.
Zuerst hieß der Song „Vampires In Love“
Als Steinman den Song in seinem Broadway-Musical „Dance Of The Vampires“ einbaute – ein Flop, der 2002 12 Millionen Dollar verlor –, kommentierte er das Lied und sagte: „Mit „Total Eclipse Of The Heart“ habe ich versucht, ein Liebeslied zu schaffen, und ich erinnere mich, dass ich es tatsächlich als Vampir-Liebeslied geschrieben hatte.
Sein ursprünglicher Titel war „Vampires in Love“, weil ich an einem Musical von Nosferatu arbeitete, der anderen großen Vampir-Geschichte. Wenn sich jemand den Text anhört, dann sind sind es tatsächlich Zeilen über Vampire. Es geht um die Dunkelheit, die Macht der Dunkelheit und den Platz der Liebe im Dunkeln.“