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Antonioni-Ausstellung „Blow Up“: Als die Bilder Swingen lernten


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Kein Film hat das Swinging London der 60er-Jahre besser eingefangen als Michelangelo Antonionis „Blow-Up“ aus dem Jahr 1966. Die Adaption einer Kurzgeschichte des argentinischen Autors Julio Cortázar ist gespickt mit popkulturellen Verweisen, zeigt die Mode und die Musik der Zeit. David Hemmings gibt einen dem Fotokünstler David Bailey und dem fotografierenden Playboy Gunter Sachs nachempfundenen Mod und Modefotografen, der glaubt, bei heimlichen Aufnahmen eines Liebespaars im Park zufällig einen Mord dokumentiert zu haben. Die Yardbirds spielen, Jeff Beck zertrümmert seine Gitarre in Pete-Townshend-Manier, ein Shooting mit dem deutschen Model Ve-ruschka von Lehndorff wird zur (zumindest angedeuteten) Sexszene, und Herbie Hancock liefert den Großteil des Soundtracks.

„Blow-Up“ war nicht nur in der Pop- und Filmhistorie wegweisend und stilprägend, Antonionis Werk hat auch eine besondere Stellung in der Geschichte der Fotografie, ist er doch ein philosophischer Versuch über die Differenz zwischen der Realität und ihrer bildlichen Repräsentation, Wahrnehmung und medialer Inszenierung oder Manipulation. Zudem zeigt Antonioni unterschiedlichste Arbeitsfelder der Fotografie: von der Werbe- und Modefotografie über die vom Voyeurismus nicht immer klar zu trennende Sozialreportage bis zu Pop Art und abstrakter Fotokunst.

Vom 24. Januar bis zum 10. April widmet sich nun eine Ausstellung im C/O Berlin dem Filmklassiker und seinem Verhältnis zur Fotografie. Neben Bildern, die tatsächlich im Film zu sehen sind, werden Arbeiten von David Bailey, Terence Donovan, Richard Hamilton, Don McCullin, Ian Stephenson und anderen gezeigt, die das Swinging London der Sechziger abbilden und Antonioni teilweise auch zu „Blow-Up“ inspirierten. Zudem sind Werke bildender Künstler wie Sophie Calle und Hiroshi Sugimoto zu sehen, die sich mit der Spannung zwischen bewegtem Bild und statischer Fotografie beschäftigen. Zugleich ist „Blow Up“ ein spannender Blick auf die Hochzeit der vitalen Popmetropole London und den Zeitgeist der Sechziger als auch eine Würdigung der Modernität der Bildsprache des 2007 verstorbenen Michelangelo Antonioni.


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