Spezial-Abo

ART BRUT: Eine Band auf Reisen


2000 Biere

Vor acht Jahren galt Eddie Argos mit seiner Band ART BRUT als große Hoffnung. Doch der Hype verflog. Heute spielen sie vor 200 Leuten und begreifen Konzerte als Urlaub vom  Alltag. Ein Bericht von der Ochsentour.

Aus ROLLING STONE 7/2013:

Wie ist das eigentlich, wenn eine Band mal als nächstes großes Ding gehandelt und das Debütalbum gefeiert wurde, wenn sie dann vor Tausenden und im Vorprogramm von echten Stars spielten – und der sogenannte Durchbruch dennoch ausblieb? Was werden Musiker antworten, wenn man ihnen diese Frage stellt? Sie werden sagen, dass die Platten solide verkauft haben, dass die Konzertstätten freilich etwas kleiner geworden seien, die Chose aber noch immer Spaß bringe. Und dass es schließlich um die Sache selbst gehe!

Art Brut waren die Hoffnung von 2005, sie schienen die Nachfolger der Libertines zu sein. Eddie Argos sang von der Lust, im Plattenladen herumzukramen, von der Wissenschaft der Pop-Charts, dem großen Traum vom Rockstar-Ruhm und der Leichtigkeit des Seins. Er sang von sich selbst – und von uns.

Acht Jahre später steht Eddies Mitstreiter Mikey vor dem Eingang eines Hotels. Die Nacht kostet 66 Euro. Er raucht eine Marlboro Gold. An diesem Abend wird er sein erstes Konzert seit fast zwei Jahren spielen. Er ist der Schlagzeuger von Art Brut und heißt eigentlich Michael Breyer. Er kommt aus Wengen, das ist bei Kempten. Hallo. Hallo. Schön, dich zu sehen. Sein Ohrring funkelt. Der Rest der Band ist  drinnen. Wir sehen uns am Venue!

Es ist noch ein bisschen Zeit, sich von der Anreise zu erholen. Im Empfangsbereich reicht eine Dame des Hauses der Vorgruppe Formulare. Die Passport-Nummer müsse man hier eintragen, den Namen dort. Es riecht nach Schweiß. Die Zimmer sind non smoking, of course. Fernseher an der Wand. Auf Kabel 1 läuft gerade eine Serie über die ekelhaftesten Eissorten der Welt. Aal-Eis, Lachs-Eis, Bratwurst-Eis. Ein kleiner Sekretär. Früher war dort immer eine Bibel verstaut. Heute aber liegt in der Pressspanschublade nur ein Prospekt, in dem eine Frau asiatischer Herkunft ein großes, orangenes Kissen umarmt und ein junges Paar – sie Europäerin und er mit afrikanischen Wurzeln – mit drei grünen Kissen eine Kissenschlacht veranstaltet. Ganz rechts mit zwei blauen Kissen: weiße Mutter mit weißem Kind. Und hinten drauf  weißer Papa mit asiatischer Mama und einer Tochter, und jeder hat ein andersfarbiges Kissen. Die Hotelkette Ibis scheint sich bei Unterkunftsuchenden aus der ganzen Welt höchster Beliebtheit zu erfreuen.



The 27 Club: Von Robert Johnson zu Amy Winehouse

Schon Arne Willander wies in seinem Nachruf auf Amy Winehouse darauf hin: "Sie starb nun mit 27 Jahren, der magischen schwarzen Zahl der Popmusik: Hendrix, Joplin, Morrison und Cobain wurden ebenso alt." Wenig später oder früher sprangen auch die übrigen Medien von seriös bis Gossenblatt an, den ominösen "27 Club" zu thematisieren. Aber wir dürfen uns da nicht beschweren: Schon unsere Gastautorin Alexa Hennig von Lange erinnerte in ihrem sehr persönlichen Beitrag zu Jim Morrisons Todestag "Jim und ich" an den "Klub 27", wie er im Deutschen genannt wird. Es bleibt die Frage, ob man um diese Zahl wirklich einen…
Weiterlesen
Zur Startseite