Spezial-Abo
Highlight: Drama, Baby! 10 Serien, die für immer in unseren Herzen bleiben

TV-Fußnoten

Auf Wahrheitssuche mit „The Affair“

Noah Solloway geht schwimmen, es ist noch früh am Morgen. Als er zu Hause wieder ins Bett kriecht, rafft sich die verschlafene Ehefrau zu Sex mit ihm auf. Könnte ein guter Tag werden, doch dann ertönt ein gellendes: „Mum!“ Noah fragt: „Wann kommt sie aufs College?“ Helen antwortet: „In zwölf Jahren.“ Als sie aufsteht, ruft er ihr noch hinterher: „Geiler Arsch.“

Er sei glücklich gewesen damals, erzählt Noah (Dominic West) aus dem Off, er hatte alles erreicht – tolle Frau (Maura Tierney, einst Abby in „ER“), vier Kinder, reicher Schwiegervater, solider Lehrerjob, zweites Buch in Planung. Was sollte noch schiefgehen? Es muss einiges falsch gelaufen sein, denn er sitzt in einem Verhörraum, als er sich an all das erinnert. Und er erzählt von seiner Begegnung mit der Kellnerin Alison (Ruth Wilson), die ihn anflirtet, ihm ihre Außendusche zeigt und viel nackte Haut – und die er trotzdem erst mal stehen lässt, weil er ja verheiratet ist. Versuchung widerstanden. Der Gute!

Und dann wechselt „The Affair“ plötzlich die Perspektive, und aus Alisons Sicht sieht das Aufeinandertreffen der beiden ganz anders aus. Da bedrängt er sie fast, sie wundert sich über seine Impertinenz, hat aber ganz andere Sorgen. Sie trauert immer noch um ihren verstorbenen Sohn. Die Arme!

Welche Erinnerung stimmt, wer lügt?

Was soll man glauben – und vor allem: wem? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Drama von Sarah Treem und Hagai Levi, die schon mit „In Treatment“ gemeinsam eine psychologisch herausragende Serie entworfen haben. „The Affair“ spielt mit dem Trick des unzuverlässigen Erzählers – man weiß nie, welche Erinnerung stimmt, wer die Wahrheit erzählt. Die Bilder lügen. Oder vielleicht auch nicht. Die Kulissen passen perfekt zu dem Szenario: In Montauk auf Long Island treffen sich Touristen und Einheimische, es gibt herrliche Villen und verwitterte Ecken, alles wirkt herausgeputzt und doch oft unheimlich – so zwiespältig wie die Geschichte scheint auch die Kleinstadt zu sein.



So arbeiteten die Beatles am „Weeping Sound“ für das White Album

Der Text zu Harrisons erstem großen Beatles-Song entstand aus einem Zufall. Harrison hatte den Großteil der Musik schon auf dem Indien-Trip von Februar bis April 1968 geschrieben, machte sich aber erst nach seiner Rückkehr auf die Suche nach den passenden Worten. Inspiriert von den Theorien des "I Ging" zog er im Haus seiner Eltern ein Buch aus dem Regal, schlug eine Seite auf und schrieb einen Text zu den ersten Worten, die ihm ins Auge fielen. Es war "gently weeps" - und stammte vermutlich aus dem Gedicht "Rain on the Roof" von Coates Kinney, in dem sich die Zeile befindet:…
Weiterlesen
Zur Startseite