Search Toggle menu
Highlight: Zum 50. Geburtstag: 9 unvergessliche Anekdoten aus dem Leben von Dave Grohl

Aus dem Nichts: David Bowie veröffentlicht die spektakuläre Comeback-Single ‚Where Are We Now?‘

Und es ist ihm doch noch einmal gelungen: Als David Bowie mit „Where Are We Now?“ vor einem Jahr seine Comeback-Single veröffentlichte, das erste neue Material seit dem „Reality“-Album von 2003, führte er damit seine Biografie der Überraschungen fort. Nur, dass es diesmal nicht um die Verwandlung der eigenen Künstler-Person ging, um Ziggy Stardust (1972) oder den Thin White Duke (1976), oder gar musikalisch aprubte Richtungswechsel, wie hin zum Drum’n’Bass in „Earthling“ (1997) oder Plastic Soul („Young Americans“, 1975).

Diesmal überraschte der mittlerweile 66-Jährige uns, weil er es mit der Informations-Kultur aufnahm, den Gesetzen und Geschwindigkeiten der Musikpolitik, wie sie im Internet herrscht. Und Bowie gewann. Seine Single „Where Are We Now?“ erschien wie aus dem Nichts; das Video stand am Morgen im Internet, auf Bowies eigener Seite. Kein Magazin, keine Website hat gewusst, dass der Sänger am 8. Januar sein Comeback einleiten würde. Und wer davon gewusst hatte, wie etwa die am Album „The Next Day“ (das im März 2013 folgen sollte) beteiligten Musiker, hielten sich an ihren schriftlichen Vertrag, der zur Geheimhaltung verpflichtete. Aber ansonsten: keine Leaks vorher, weder Sound-Schnipsel, noch irgendwelche Gerüchte von Wichtigtuern.

Die Musikwelt derart zu überraschen ist zuvor keinem Star dieser Größenordnung gelungen. Bowie schuf mit seiner Überfall-Veröffentlichung ein neues Modell. Zuletzt griff Beyoncé Knowles darauf zurück, als sie im Dezember vergangenen Jahres ihr Album „Beyoncé“ über Nacht auf iTunes herausbrachte. 

Kooperation

„Where Are We Now?“ kam in Großbritannien bis auf Platz zwei der Single-Charts, Bowies höchste Notierung seit „Absolute Beginners“ von 1986. Alle Hörer sezierten derweil den Text der Ballade und das dazugehörige Video. Bowie sang darin über seine Zeit im Berlin der Endsiebziger, über das Kaufhaus des Westens, den „Dschungel“-Club, Potsdamer Platz, und allgemein über den Einfluss von Erinnerungen auf die heutige Wahrnehmung. Die Deutschen jedenfalls fühlten sich geschmeichelt, weil Bowie lange nichts mehr über seine Zeit in Berlin gesagt hatte. Dass es seine künstlerisch wichtigste Ära war, wurde nun gewiss. Ausländische Musikjournalisten wiederum mussten ihren Lesern erklären, was „KaDeWe“ bedeutet und was es mit der „Bösebrücke“ auf sich hatte.

Im neuen Clip sah man nur ein Atelier, sowie verzerrte Projektionen von Bowies Gesicht. Einige Fans zeigten sich enttäuscht, weil „Where Are We Now?“ ein klassisch arrangierter Pop-Song war, klavierbetont und ohne Brüche. Manch einer hatte wohl einen Wumms erwartet, einen ordentlichen Klang- und Kostümwechsel, wird Bowie doch gemeinhin als das „Pop-Chamäleon“ bezeichnet, das „sich stets neu erfindet“.  Nun legte der Sänger ein Stück vor, das nostalgisch war und ähnliche Stimmungen schuf wie „Heathen“ und „Reality“, die er Anfang des Jahrtausends veröffentlichte. Der Klasse des melancholisch gestimmten Comebacks tat das aber keinen Abbruch. „Where Are We Now?“ ist eines der großen Bowie-Lieder, fügt sich ein in die Wehmut von „Thursday’s Child“ oder dem gesamten „Aladdin Sane“-Album.

Nun zählte man die Tage bis zum Album „The Next Day“. Noch 57 Tage waren das nach „Where Are We Now?“. Erfahren hatten wir die Neuigkeit einer neuen Platte auch aus dem Internet – David Bowie hatte es zuvor selbst gefüttert.


Wie ein Schneemann David Bowies Herz zum Schmelzen brachte

Der Kurzfilm „The Snowman“ (Der Schneemann) gehört vor allem in Großbritannien zu den Festtagen dazu wie hierzulande „Dinner For One“ zu Silvester. Der animierte Film von Raymond Briggs, nach seiner eigenen Buchvorlage, aus dem Jahr 1982 erzählt die Geschichte eines Jungen, der an einem Wintertag einen Schneemann baut, der schließlich zum Leben erwacht und mit ihm zu einer Flugreise aufbricht. „The Snowman“, 1983 für einen Oscar nominiert, glänzt nicht nur mit zauberhaften Zeichnungen, sondern auch mit einem melancholischen Soundtrack. Was heute trotz der Popularität des Films nur wenige wissen, ist, dass David Bowie eine Art kurze Einführung für den „Schneemann“…
Weiterlesen
Zur Startseite