Beastie Boys: Adam Horovitz über den Tod von Adam Yauch

„Ich bin immer noch wie betäubt“, gesteht Adam Horovitz im einzigen Interview nach dem Tod seines Beastie Boys-Bandkollegen Adam Yauch. „Meine Frau sagt immer, ich solle es rauslassen. Aber dann gehe ich mit dem Hund spazieren und fange plötzlich mitten auf der Straße an zu weinen. Es ist verrückt.“ Wir trafen Horovitz im Büro der Beastie Boys in New York.

Adam Yauch war der älteste der Beastie Boys. War er in den Anfangsjahren der Anführer der Band?

Ja. Er war smarter als wir, organisierter. Auch wenn man befreundet ist, gibt es immer nervige Dinge, die es zu erledigen gilt. Und man macht’s nie. Mit Adam war das anders. Er hatte einen besonderen Drang, diese Dinge im Blick zu haben. Wir alle hatten unsere Rollen, eine von seinen war die des Machers. Ich war eher so, dass ich sagte: „Hey, wir sollten diese Fotos schießen, auf denen wir wie Undercover Cops verkleidet sind.“ Aber Adam war Filmfan, und so machten wir gleich einen ganzen Film draus („Sabotage“) und nicht bloß ein nettes Foto.

Was war Adam Yauchs musikalische Rolle bei den Beastie Boys?

Er war ein sehr guter Bassspieler. Er liebte Daryl (Jennifer) von den Bad Brains. Und er konnten seinen Bass genauso klingen lassen. Wenn wir (Produzent und Musiker) Mark Nishita traf, fingen die beiden gleich mit den musikalischen Fachsimpeleien an, während ich eher der Typ war, der sagte: „Zeigt mir, wo ich meine Finger drauflegen muss, und ich spiel‘ das für vier Minuten.“

Adam war außerdem unser „Techno Wiz“ – so haben ich, Mike und Rick Rubin ihn genannt. Ich habe ihn mal in seinem Apartment in Brooklyn besucht. Adam hatte so einen Spulen-Tape-Rekorder und hatte das Band auf die ganze Wohnung verteilt, es hingt über Stühle und führte durch die Küche. Er hat da gerade an diesem Led Zeppelin-Beat rumgeschnippelt. Ich meinte zu ihm: „Wie hast du denn das gemacht?“ Und er sagte: „Ich habe gehört, Sly Stone hätte auch so gearbeitet.“



Streaming-Tipp: „Beastie Boys Story“ von Spike Jonze

Anlässlich des 25. Jubiläums des Musikvideos zu ihrem Song „Sabotage“, wird nun eine Dokumentation über die Beastie Boys erscheinen. Regisseur Spike Jonze ist schon seit Jahrzehnten mit den Hip-Hop-Musikern aus New York verbunden und hat nun gemeinsam mit den Bandmitgliedern Mike Diamond und Adam Horovitz den Film „Beastie Boys Story“ gedreht. Nach dem Tod von Adam Yauch löste sich die Band, die Pionierarbeiten im HipHop geleistet haben, 2012 auf. „Beastie Boys Story“ im Stream: 24. April - Apple TV+ Die Beastie Boys auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=z5rRZdiu1UE  
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