Bela B. von Die Ärzte im Interview: “Kurz vor der Show höre ich brüllend laut Musik.”

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Bela B. von Die Ärzte im Interview: “Kurz vor der Show höre ich brüllend laut Musik.”

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In diesem Jahr finden die Festivals Hurricane und Southside am Wochenende vom 22. bis  zum 24. Juni statt – präsentiert vom ROLLING STONE. Wir stellen jede Woche einen Act des Line-ups vor – die großen ebenso wie die kleinen. Für das Feature in dieser Woche sprachen wir mit Bela B. vom Headliner Die Ärzte. Der sprach natürlich auch über “auch”, verriet uns zum Beispiel aber ebenso, dass er sich besonders auf The Cure freut. Und: “Kraftklub sollen live der Hammer sein”.  Alle weiteren Texte und Interviews zum Hurricane / Southside 2012 finden Sie hier auf unserer Themenseite.

Gerade haben die Ärzte “Auch” ( hier geht’s zur Review), ihr zwölftes Studio-Album im 30. Karrierejahr, veröffentlicht und damit erwartungsgemäß die Spitze der Charts geentert. Torsten Groß sprach mit Bela B. über die Aufnahmen und die Vorbereitung auf die Großkonzerte beim Hurricane/Southside. 

Wie leicht fällt es nach all den Jahren noch, sich für ein neues Die-Ärzte-Album zu motivieren?
Es fiel schon mal schwerer. Wir haben ein paar beknackte Ideen verwirklicht, wie die F/M-Konzerte in Dortmund, und dann ging alles wie von selbst. Sollte dies mal nicht so leicht gehen, verzichten wir auf den Gang ins Studio. Nicht zuletzt dafür haben wir schließlich unser eigenes Label.

Was sind die großen Themen des Albums?

Es sind sehr viele Songs über Beziehungen darauf, was uns aber erst später auffiel. Trotzdem ist es nicht unser Beitrag zur Kuschelrock-Reihe. Es geht um jedwede Art der Liebe, auch zu Sachen. Eine Ballade fehlt übrigens diesmal.

Was sollte bei Festivals unbedingt im Tourgepäck sein?

Etwas zu lesen oder genügend DVDs für die Wartezeiten. Es ist immer hilfreich, sich kurz vor dem Auftritt in einer anderen als der Festival-Realität zu befinden. Diese Daueraufregung hinter der Bühne saugt dir unmerklich alle Energie ab. Die aber brauchst du für das Publikum. In meinem Fall ist aber immer auch Aspirin für den nächsten Tag dabei. Wenn ein befreundeter Musiker anstoßen will, sage ich selten nein. Leider.

Was schmeißen die Leute bei Die-Ärzte-Konzerten auf die Bühne?

BHs, Slips und Dinge, die sie im Moshpit finden, wie Schuhe, Mützen, Rucksäcke. Wir geben fast alles immer brav zurück … Die BHs auch persönlich.

Wie verbringen Sie die Zeit vor dem Auftritt in der Garderobe?

Mindestens eine halbe Stunde vor dem Gig sind wir alle jeder für sich. Man zieht sich um. Wir putzen uns die Zähne, ein Ritus, der irgendwann mal anfing, obwohl wir keinen Mundgeruch haben. Kurz vor der Show höre ich dann brüllend laut irgendein Lieblingslied, bin für ein paar Minuten selbst nur Fan. Keine Ahnung warum, ich mache das schon immer so.

Haben Sie schon mal auf der Bühne geweint?

Der letzte Tränengaseinsatz während eines Konzertes liegt lange zurück. Tatsächlich bin ich manchmal von eigenen Texten sehr ergriffen, wenn mir zum Beispiel der tragische Grund dafür wieder einfällt. Aber bei all dem Schweiß fallen Tränen ja nicht auf.

Was war die krasseste Rock’n’Roll-Klischeegeschichte bei einem Festival?

Am krassesten war die Bloodhound Gang auf einer gemeinsamen Tour. Die Jungs waren wie Kinder im Spielzeugladen und haben nix ausgelassen. Ich mag die Band, aber dass die immer die Klos zerstört haben, hat ein bisschen genervt.

Und was war die größte Festivalpanne? 

Wir haben nach unserem Auftritt auf dem Sziget in Budapest zum allerersten Mal einen Lear-Jet gemietet, um am nächsten Tag rechtzeitig zum Highfield bei Erfurt zu kommen. Einmal wie Kiss oder Bon Jovi reisen! Prompt haben wir uns verflogen. Wir wurden, warum auch immer, für Jamiroquai gehalten, der vom selben Fluggate reiste, allerdings nach Düsseldorf. Erst im Landeanflug haben wir den Irrtum gemerkt.

Wen wollen Sie sich beim Hurricane/Southside gerne ansehen?


Heiß bin ich auf Die Antwoord. Justice will ich sehen, Kraftklub sollen live der Hammer sein, aber der Höhepunkt ist sicher, dass wir mit The Cure auf einem Festival spielen. Der Name meiner Band neben The Cure auf einem Festival-Shirt, ist für mich jetzt schon ein Höhepunkt des Jahres. 

Mehr über das Hurricane / Southside gibt es übrigens auch in unserer neuen Ausgabe, die am Donnerstag am Kiosk erscheint. Alle Infos dazu gibt’s hier.

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