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Highlight: Im Sog der Leidenschaften: Erinnerung an die eruptiven Filme von Nicolas Roeg

Bob Dylan wird 70: Mick Jagger über den Song „Desolation Row“

Am 24. Mai wird Bob Dylan 70 Jahre alt. Aus diesem Grunde haben wir bereits Anfang der Woche unsere ausführliche Dylan-Berichterstattung eröffnet – frei nach dem Motto: „Unseren täglichen Dylan gib uns heute.“ Gleichzeitig präsentieren wir das große Gewinnspiel von www.legacy-club.de. Ab sofort gibt es somit täglich eine Prise Dylan: Wir lassen alte Weggefährten zu Wort kommen, zeigen exklusive Fotografien, fragen namhafte Musikerkollegen nach ihren liebsten Dylan-Songs, überlassen ausgewiesenen Dylan-Experten das Wort undsoweiterundsofort. Heute Rolling Stones-Frontmann Mick Jagger, der hier seine persönlichen Eindrücke über den Dylan-Titel „Desolation Row“ mitteilt.

„Desolation Row“ ist musikalisch so simpel – in elf Minuten werden drei Akkorde verwendet, und dazu gibt es nur eine minimale Begleitung – dennoch ist der Song so ausdrucksstark. Die Band bilden Dylan, ein Bassist und ein Session-Gitarrist, Charlie McCoy aus Nashville, der einen netten kleinen Kontrapunkt zur Melodie hinzufügt. Auch nach mehrmaligem Hören klingt sein Spiel immer noch lieblich, ich mag den leicht spanischen Klang des Stücks. Trotzdem stiehlt es den offensichtlich wichtigen Parts des Songs nicht die Show: der Stimme und dem Text.

Dylan trägt den Text fast ausdruckslos vor, wie bei einem Rezitativ. Das Wundervolle an diesem Liedtext sind die Fülle an Charakteren, die er unserer Phantasie aufdrängt: Berühmte Persönlichkeiten treten auf, manche sind Fiktion, andere real. Das Phantom der Oper. Ezra Pound und T.S. Eliot. Cinderella. Bette Davis. Kain und Abel.

Einer meiner Lieblingszeilen ist der Part über „Einstein verkleidet als Robin Hood“: „You would not think to look at him, but he was famous long ago/For playing the electric violin on Desolation Row.“ Das ist doch einfach ein großartiges Bild von Einstein, nicht wahr? Seine Haare machen es aus – alle seine Haare stehen ab, und er hat eine Geige, die er natürlich früher gespielt hat. Jemand hat gesagt, dass „Desolation Row“ Dylans Version von „The Waste Land“, der Einöde, ist. Ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt, aber es ist eine wunderbare Sammlung an Sprachbildern – eine Art fantastische Pflanze – die deine Fantasie wirklich anregt.

Desolation Row from Paul Tattam on Vimeo.


„Suspiria“-Regisseur Luca Guadagnino will Bob Dylans „Blood on the Tracks“ verfilmen

Nachdem Bob Dylan eine weitere Bootleg-Serie angekündigt hat – diesmal zum 1975 erschienenen Longplayer „Blood on the Tracks“ –, soll in Zukunft ein weiteres Projekt um das epische Werk des Künstlers erscheinen. So will Luca Guadagnino das Album in eine Filmadaption verarbeiten. Der „Suspiria“-Regisseur erklärte gegenüber dem „New Yorker“-Magazin, dass ein Produzent von „Call Me By Your Name“ die darstellerischen Rechte an der Platte erstanden und ihn gebeten hätte, diese in einen Film zu verwandeln. Guadagnino soll unter der Bedingung eingewilligt haben, dass Richard LaGravernese das Drehbuch schreibt. Der Regisseur hatte den Autor zuvor nie getroffen. Adaption für „Blood on the…
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