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Highlight: Diese 10 Musiker haben seit Jahren nichts Neues veröffentlicht

Serie: Live-Alben von Springsteen

Bruce Springsteen: Die besten Veröffentlichungen aus der „Archive Series“ (1) – Brendan Byrne Arena, NJ August 20, 1984

Aktuell 43 Live-Mitschnitte, aufgenommen zwischen 1975 und 2013, bietet Bruce Springsteen auf seiner Website in der „Archive Series“ in verschiedenen Formaten zum Download an. In der Regel erscheint am ersten Freitag jedes Monats eine neu abgemischte Archiv-Show.

Welches Konzert hatte die schönste Setlist? Wo war der Sound am besten? Ein Springsteen-Guide als Serie, zum 70. Geburtstag des Musikers: Aufnahmen, die man kennen muss.

Die Autoren:

Lutz Göllner ist Redakteur im Medienressort der Berliner Stadtmagazine „zitty“ und „tip“. Bei einem USA-Aufenthalt hat er 1974 erstmals Springsteen gehört, fühlte sich als Kind und Jugendlicher immer wie ein Loser, bis er merkte: Er selber ist die Hauptfigur in Springsteens epischen Songtexten – über Loser. Er hält „Darkness On The Edge Of Town“ für die beste LP aller Zeiten.

Erik Heier ist stellvertretender Chefredakteur von „tip“ und „zitty“, erlebte 1988 in Weißensee sein erstes Springsteen-Konzert, musste aber 28 Jahre ausharren, bis er endlich seinen Lieblingssong „Backstreets“ bei seiner elften Show live zu hören bekam. Jetzt wartet er noch auf „Lost in the Flood“.

Bruce Springsteen: Brendan Byrne Arena, NJ August 20, 1984

von Lutz Göllner

Bruce Springsteen

Eine Frau? Eine Frau im Männerbund der E Street Band? Und dann: ohne Miami Steve? Dafür mit diesem kleinen Gitarristen von Neil Young, der bei seinen Solo-Auftritten immer Rückwärts-Salti macht? Ja, die Springsteen-Fans mussten mit dem Beginn der „Born In The U.S.A.“-Tour einige Kröten schlucken.

Aber egal, am 6. Juni 1984 erschien das „Born In The U.S.A.“-Album, ging sofort auf Platz 1 der Charts und sollte sich in den kommenden Jahren 30 Millionen mal verkaufen. Am 29. Juni startete die Tournee im Civic Center, St. Paul, Minnesota, wo Brian De Palma sein „Dancing In The Dark“-Video mit Courteney Cox aufnahm. Einen knappen Monat später erreichten Bruce Springsteen & The E Street Band die Meadowlands Arena in East Rutherford, New Jersey – damals nach dem Lokalpolitiker Brendan Byrne benannt, ein Ort, den die Band als persönliches Wohnzimmer betrachtete – und spielte hintereinander weg zehn ausverkaufte Konzerte. Das machte am 20. August, nach dem Ende der Serie, mehr als 200.000 Zuschauer.

Der erste Abend der Reihe, das Konzert vom 5. August, erschien im Mai 2015 als fünftes „Archive“-Konzert. Doch es ist dieser letzte Abend, der zu einer emotionalen Achterbahn, zu einem dieser ganz besonderen, unvergesslichen Konzerte wurde. Und Springsteen wusste das von Anfang an: „Well, tonight’s the night“, begrüßt er die Zuschauer, im Muscle-Shirt, mit Stirnband und der Bizeps so geschwollen, als plane er einen 15-Runden-Kampf gegen den Hulk, um die Leute erstmal mit dem Titelstück des neuen Albums einzustimmen, vorwärts gepeitscht von Nils Lofgrens scharf akzentuierter Gitarre. Und bereits bei „Out In The Street“ kann man hören, was für eine Bereicherung diese neue, rothaarige Sängerin Patti Scialfa ist.

Nach einer kraftstrotzenden Full-Band-Version des „Nebraska“-Tracks „Atlantic City“ geht Springsteen vom Gaspedal und lotst das Publikum durch ein Mischung älterer und neuer Titel. Einer der Höhepunkte dieser ersten Stunde ist „Highway Patrolman“ mit einem Mundharmonikasolo, gespielt von Clarence Clemons.

Das zweite Set beginnt mit einem Kracher nach dem anderen: zunächst die Mitgröhl-Hymne „Hungry Heart“, bevor dann zu „10th Avenue Freeze-Out“ die Miami Horns zum eleganten Einsatz kommen – zum ersten Mal seit 1977. Den Kontrastpunkt setzt dann eine Akustik-Fassung von „No Surrender“ und der emotionale Abschiedsgruß, den Springsteen seinem scheidenden Sidekick Steve van Zandt auf der aktuellen LP hinterher schickte, „Bobby Jean“.

Die Zugabe beginnt mit „Jungleland“. Und dann ist es so weit: „Das ist ein besonderer Abend“, kündigt Bruce an, „Little Steven kommt hoch und spielt mit uns.“ Ein Raunen geht durchs Publikum. Springsteens Songauswahl ist auf dem Punkt: „Zwei Herzen sind besser als eines … zwei Herzen können diesen Job erledigen.“ Und es wird noch besser: Dobie Grays 1973er-Hit „Drift Away“ beschwört die Vergangenheit der beiden Freunde, die Loyalität, das Band, das sie für ihr ganzes Leben verbindet: „Thanks for the joy, the 20 years you’ve given me/ I believe in your song“.

Und zum Schluss, darf jedes Mitglied der E Street Band Miami Steve eine Zeile widmen. Wer da kein Pipi in die Augen hat, der muss ein gottverdammter Roboter sein!

Nach Van Zandts Abgang endet dieser Abend mit dem „Detroit“-Medley und „Twist And Shout“. Ein unvergesslicher Abend, der beides vereint: Ende und Neubeginn.

Setlist

Ebet Roberts Redferns
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Mehr Infos

Bruce Springsteen: Die besten Veröffentlichungen aus der „Archive Series“ (2): 7/7/1978 The Roxy, West Hollywood, CA

Aktuell 43 Live-Mitschnitte, aufgenommen zwischen 1975 und 2013, bietet Bruce Springsteen auf seiner Website in der „Archive Series“ in verschiedenen Formaten zum Download an. In der Regel erscheint am ersten Freitag jedes Monats eine neu abgemischte Archiv-Show. Welches Konzert hatte die schönste Setlist? Wo war der Sound am besten? Ein Springsteen-Guide als Serie, zum 70. Geburtstag des Musikers: Aufnahmen, die man kennen muss. Die Autoren: Lutz Göllner ist Redakteur im Medienressort der Berliner Stadtmagazine „zitty“ und „tip“. Bei einem USA-Aufenthalt hat er 1974 erstmals Springsteen gehört, fühlte sich als Kind und Jugendlicher immer wie ein Loser, bis er merkte: Er selber ist…
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