Todesursache Coolio: Woran verstarb der Hit-Rapper von „Gangsta’s Paradise“?


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Sein letzter offizieller Wohnort Compton, gelegen im Großraum Los Angeles, war stets etwas Besonderes im US-HipHop. Spätestens mit dem 1989er-Debütalbum der Gangster-Rap-Pioniere N.W.A. Mit „Straight Outta Compton“ wurde der hauptsächlich von Afro-Amerikanern bewohnte Vorort zu einer Art Chiffre. Quasi die „Bronx der Westcoast“, in der sich Gangs wie die Cribs und die Bloods (siehe auch den Film „Boyz in the Hood“) erbitterte Kämpfe um Drogen-Reviere und Waffen-Deals lieferten.

Coolio, der bürgerlich Artis Leon Ivey Jr. hieß, kommt eigentlich aus dem beschaulichen Monessen in Pennsylvania, bevor er mit seinen Eltern an die Westcoast zog. Als die Ehe zerbrach, schloss er sich mit elf Jahren der Teenager-Gang „Baby Crips“ an und startete früh eine kriminelle Karriere. Auch um sich „besser behaupten zu können“, wie der US-Autor Steve Huey in seiner Biografie schreibt. Coolio hantierte früh mit Schusswaffen, brachte sie mit in den Unterricht und ruinierte so seine anfangs hoffnungsvolle Laufbahn in der Schule.

Der Jung-Rapper entwickelte bald ein heftiges Drogenproblem

Er musste von der High School auf ein lokales „Community College“ wechseln. Dort trat der Compton-Guy erstmals bei Rap-Contests und machte sich einen Namen. Ein Kumpel nannte ihn scherzhaft „Coolio Iglesias“, fortan hatte er einen Künstlernamen. Diese frühe „fame“ hielt jedoch nicht lange. Der Jung-Rapper entwickelte bald ein heftiges Drogenproblem.

„Es geht um das Leben, denn auch du lebst im Gangster-Paradies“, sagte Coolio 1995 dem Moderator in US-Kultsendung „Howard Stern Show“ über den Duktus seines Erfolgssongs. Denn trotz seiner Abhängigkeit (und nachfolgenden Entziehungs-Maßnahmen) landete er Mitte der Neunziger mit seinem Laid-Back-Track „Gangsta’s Paradise“, einer Variation von Stevie Wonders „Pastime Paradise“, einen Welthit, der auch im Michelle-Pfeiffer-Kinofilm „Dangerous Minds“ zum Einsatz kam. Auch seine 1994 erschienene Single „Fantastic Voyage“ schoss auf Platz 3 der Billboard Hot 100-Charts, der amerikanischen Single-Hitparade.

Die bösen Geister der Sucht haben ihn jedoch nie verlassen. Was US-Medien mit „Lifelong Struggles” beschreiben, äußerte sich etwa in einem (albernen) Vorfall Ende 1997, als er und seine Kumpels wegen angeblichen Diebstahls in einem Klamottenladen im schwäbischen Böblingen festgenommen worden sind. Die deutsche Justiz verurteilte ihn daraufhin zu sechs Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 17.000 Dollar.

Daheim in den USA wurde er wegen „Tragens einer verdeckten Waffe“ und des Marihuana-Besitzes angeklagt. Das war weit vor der Legalisierung in diversen US-Bundesstaaten. Im Jahr 2009 absolvierte Coolio die nächste „Reha“, 18 Monate lang, nach nachdem er mit Kokain aufgegriffen wurde. Noch zehn Tage vor seinem Tod stand der fast 60-Jährige auf der Bühne, beim „Riot Music Festival“ im Chicago Park District in Illinois.

Coolios langjähriger Manager Jarez erzählte dem US-Klatsch-Portal „TMZ“, dass Coolio kurz vor seinem Tod einen Freund besuchte. Demnach ging er auf die Toilette – und kam nie wieder heraus. Als der Kumpel schließlich nach dem rechten schauen wollte, fand er der Rapper auf dem Boden. Seitdem wird die offizielle Todesursache mit „Herzinfarkt“ angegeben. Ob Medikamente oder Drogen im Spiel waren, ist noch nicht bekannt. Das Magazin „USA TODAY“ setzte sich mit Posey in Verbindung, um weitere Details zu erfahren. Bislang vergeblich.

Coolio hinterlässt sechs Kinder und seine Ex-Frau Josefa Salina, die er 1996 heirate. Wie schon seine Eltern ließ sich das Paar vier Jahre nach Hochzeit scheiden.