Deag verkündet ‚die Ablösung‘: „Grüne Hölle – Rockfestival am Nürburgring“ soll „Rock am Ring“ am Nürburgring ersetzen


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Die Deag sagt Marek Lieberberg den Kampf an. Mit der Dachzeile „Die Ablösung“ hat der Konzertveranstalter eine Pressemeldung verschickt. Überschrift: „Grüne Hölle – Rockfestival am Nürburgring“ ersetzt den „Rock am Ring“ am Nürburgring“. Die Deag habe einen Fünfjahresvertrag für das Gelände unterzeichnet.

Die „Grüne Hölle“ wird 2015 am Nürburgring in der Eifel ausgetragen – dort, wo in diesem Jahr letztmals „Rock am Ring“ unter der Regie Lieberbergs statt gefunden hat. Derzeit befindet sich die Nürburgring Gmbh in einem Rechtsstreit um die Herrschaft über den Festival-Titel „Rock am Ring“.

So wie Lieberberg werden die neuen Mieter des Rings ihr Dreitages-Event am ersten Juni-Wochenende austragen (5.-7. Juni 2015). Das dürfte ein spannendes Rennen werden: Wer bekommt die größeren Acts für seinen Spielplan?

In der Pressemeldung greift die Deag um Veranstalter Peter Schwenkow den Konkurrenten MLK selbstbewusst an. So würden „die größten Rockbands der Welt an den Nürburgring kommen und mit rund 80.000 Fans aus dem In- und Ausland rocken.“ Der Veranstalter verweist auf bisherige Konzerterfahrungen mit Iron Maiden, Black Sabbath, Rolling Stones und U2.

Bei einer Pressekonferenz sagte Schwenkow, dass das dreitägige Festival nicht teurer werde als unter Lieberberg: „Sie müssen keinesfalls tiefer in die Tasche greifen. Die Ticketpreise bleiben stabil. Und selbstverständlich wird es wieder die Vorzugspreise für Frühbucher mit vergünstigten Eintrittspreisen geben.“ Carsten Schumacher, Geschäftsführer der Nüburgring-Betreiber Capricorn, sprach über die neuen Veranstalter als einen „Gewinn“ für den Nürburgring.

Die Zukunft von Rock am Ring

Veranstalter Marek Lieberberg teilt aus: Das geplante Konkurrenz-Festival „Grüne Hölle“, das 2015 zeitgleich mit Rock am Ring vom 5. bis 7. Juni stattfinden soll, werde Probleme haben, ranggleiche Bands zu buchen, um mit dem Traditions-Festival mithalten zu können. Das von ihm für 2015 favorisierte JHQ-Gelände in Mönchengladbach sei zudem eine bessere Location als der Nürburgring im Moment, da der Boden aus Schotter besteht, was einen Vorteil für das Festival darstelle.

Lieberberg sagte, er habe sich mit den Eigentümern des Nürburgrings, Capricorn, nicht auf ein Konzept zur Bespielung für das nächste Jahr einigen können. Ihm sei gekündigt worden, man habe ein neues Vertragsangebot unterbreitet „und die Forderungen darin um 25 Prozent erhöht“.

Das Pinkpop-Festival, das ebenfalls an Pfingsten und in den nahegelegenen Niederlanden stattfindet, habe man bereits kontaktiert. Diese zeigten sich erfreut über den Umzug und wünschten Lieberberg mit dem neuen Standort alles Gute.

Allerdings gehören, wie „RP Online“ hinweist, zum JHQ auch Naturschutzgebiete, Knippertzbachtal und Hellbach, sowie Landschaftsschutzgebiete. In Landschaftsschutzgebieten dürften für Veranstaltungen Ausnahmen gemacht werden. Bei den hier betroffenen Naturschutzgebieten dagegen muss entschieden werden, ob die bis zu 80.000 Festivalgänger sowie die Lautstärke der Bands die darin lebenden Tiere stören könnten.

Lieberberg gibt sich optimistisch und glaubt an eine Zukunft seiner Veranstaltung: „Rock am Ring“ ist eine Vision, die ich vor 30 Jahren hatte. Sie ist überhaupt nicht an den Nürburgring gebunden.“

Das Schwesterfestival Rock im Park“ werde, so der Veranstalter weiter, in Nürnberg ausgetragen – „Nürnberg ist und bleibt das Festival für den Süden“.

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