Ein vollständig KI-generierter Film kommt zum Tribeca Festival – und dürfte für Aufsehen sorgen

„Dreams of Violets“ entstand in drei Monaten und dramatisiert die Unruhen in Teheran vom vergangenen Januar – für gerade einmal 2.000 Dollar.

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Dass ein vollständig KI-generierter Film beim Tribeca Film Festival Premiere feiert, wird unweigerlich für hochgezogene Augenbrauen sorgen – doch „Dreams of Violets“ könnte zum Gesprächsthema werden, das weit über die Ethik von KI hinausgeht. Der Film, der am 10. Juni beim Festival Premiere feiert, schildert das Schicksal iranischer Zivilisten in den Wochen, bevor die USA und Israel das Land in diesem Jahr angriffen. Filmmaker Ash Koosha, der aus Teheran stammt und den Iran 2009 verließ, drehte den 75-minütigen Film für rund 2.000 Dollar – unter Einsatz verschiedener KI-Dienste für Videogenerierung, Sprachbearbeitung, Recherche und Bildgestaltung, wie „Variety“ berichtet. Koosha produzierte den Film gemeinsam mit seinem Bruder Pooya.

„Ich verstehe, dass ein KI-generierter Film über Menschen, die tatsächlich gestorben sind, schwierige Fragen aufwirft“, erklärte Koosha in einem Statement. „Ich habe diese Fragen jede Minute jedes Tages durchdacht, an dem ich an diesem Film gearbeitet habe. Meine Antwort lautet: Die Alternative – Schweigen, Vergessen, das vom Regime bevorzugte Ergebnis – ist schlimmer. Der Film existiert, weil die Toten das Recht haben, bezeugt zu werden, und weil die Familien im Iran, die nicht sprechen können, jemanden außerhalb verdienen, der sich weigert zu vergessen.“

Ein Trailer zeigt einen Jungen im Rollstuhl namens Amir, der an Zerebralparese leidet, während ein Familienmitglied ihm erklärt, dass Veilchen im Dunkeln wachsen. Draußen brodelt es: Menschen versammeln sich auf Motorrädern. Eine zweite Geschichte folgt einer Frau, deren Familie sie bittet, nicht mehr auf die Straße zu gehen. Dazu ein Mann, der von einem Gebäude stürzt, Rauchgranaten, ein Militär, das Demonstranten niederschlägt. Im Zentrum stehen schließlich fünf Menschen, die in einer Gasse hingerichtet werden sollen, während Amir zusieht. Die Handschrift der KI zeigt sich in den verschwommenen Bildhintergründen – doch die 83 Sekunden des Trailers legen nahe, dass Koosha, der drei Monate mit der Entwicklung und Generierung des Films verbracht hat, ein täuschend realistisch wirkendes Werk geschaffen hat.

Tausende Tote, Zehntausende Verhaftete

Die Handlung kreist um Proteste, die im Januar ausbrachen. Laut der Human Rights Activists News Agency kamen dabei mindestens 7.000 Menschen ums Leben, mehr als 50.000 wurden verhaftet.

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Jane Rosenthal, Mitgründerin des Tribeca Festivals, sieht den Film als „ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie aufkommende Technologien wie KI nicht nur als Innovationswerkzeuge eingesetzt werden können, sondern als Vehikel für zutiefst menschliches Geschichtenerzählen“.

KI hat in Hollywood grundlegende ethische Fragen aufgeworfen: Val Kilmer wurde kürzlich in „As Deep as the Grave“ digital zum Leben erweckt, und die Academy hat neue Einschränkungen eingeführt, wie KI in Filmen eingesetzt werden darf, die für die Oscars nominiert werden wollen.

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