„Ein Künstler-Boykott zeigt irgendwann Wirkung“: Thurston Moore erklärt, warum er nicht in Israel auftrat

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„Ein Künstler-Boykott zeigt irgendwann Wirkung“: Thurston Moore erklärt, warum er nicht in Israel auftrat

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Als  Thurston Moore im April einen Auftritt in der israelischen Hauptstadt Tel Aviv von einem Tag auf den anderen abblies, beließ er die Aktion unkommentiert. Natürlich blieben Gerüchte nichts aus, die Entscheidung stünde im Zusammenhang mit einer Reihe von Künstlerboykotten gegen das Land, um gegen die Palästina-Politik Israels zu demonstrieren.

Im Gespräch mit dem Online-Magazin „The Quietus“ erklärte Moore nun, was seine tatsächlichen Beweggründe waren. Demnach empfinde er den Aufruf der Palästinenser, Auftritte in Israel zu meiden, zwar aus politischen Gründen als richtig, er glaube aber auch an die versöhnende Kraft von Musik, Kunst und Bildung. „Mit dem Wissen um die Boykottprinzipien und mit meiner grundsätzlichen Abneigung gegen den Versuch, künstlerischen Austausch zu verhindern, wollte ich dem Aufruf eines Promoters, in Tel Aviv aufzutreten, zunächst folgen“, schrieb Moore.

Künstler-Boykott als politisches Druckmittel

„Doch ich bin zu der tiefen Überzeugung gelangt, dass ein Konzert in Israel gegen meine Überzeugungen verstößt. Ein kultureller und akademischer Boykott könnte tatsächlich eine Methode sein, mit Nachdruck auf die Realität der Menschenrechtsverletzungen und Gesetzesbrüche der israelischen Regierung vor allem auch durch die Besetzung der Westbank hinzuweisen. Deswegen habe ich den Gig abgesagt.“

Die zunächst erwogene Entscheidung, in Israel aufzutreten, hätte in ihm einen Gedankenprozess in Gang gesetzt, deutete Moore in dem Gespräch an. Der Musiker bedankte sich bei all den Menschen, die ihn in dieser Entscheidung unterstützt hätten und bat zugleich all seine Fans in Israel, die er so enttäuschen musste, um Entschuldigung. Allerdings will Moore in Zukunft unbedingt zurückkehren, wie er erklärte: „Als Sonic Youth 1996 in Tel Aviv auftraten, war das eine beeindruckende, lehrreiche Erfahrung. Ich hoffe, dass ich bald noch einmal dort spielen kann.“

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