Emanuel And The Fear sprechen über ihr neues Album „The Janus Mirror“

Es ist 15.00 Uhr und Emanuel Ayvas hat eine Fahne. „Sorry, ich bin immer noch betrunken“, sagt er und blinzelt mit roten Augen gegen die Sonne. Um acht Uhr hat er es aus dem Watergate herausgeschafft und das, so weiß er von seinen vorherigen Besuchen hier, gehört sich auch so in Berlin. Gegen den Kater hilft Club-Mate, die Emanuel ganz ohne schlechtes Gewissen trinken kann. Dass es sich bei der dezent gesüßten Brause um ein Hipster-Getränk handeln soll, muss ihn nicht kümmern.

In New York, wo alle sechs Band-Mitglieder leben, ist das Getränk gänzlich unbekannt. Das Mate-Äquivalent für New Yorker scheint ein Bier namens Pabst Blue Ribbon zusein, über dessen Status (billig, hipp, lecker, peinlich) sich die Bewohner der Stadt uneinig sind. Zum Thema Hipster fällt Schlagzeuger Jeff Gretz noch ein, dass Starbucks mal die Occcupy-Bewegung gesponsert hat. „Das war so bescheuert, wie die da alle mit diesen blöden Bechern saßen.“ Gretz war nicht feiern, entsprechend munter nippt er an seinem Milchkaffee.

Bei „The Janus Mirror“, dem zweiten Album von Emanuel And The Fear geht es, das ist Sänger Ayvas ganz wichtig, hauptsächlich um die Veränderung. Klar, die Welt ist ein bizarrer Ort, Emanuel Ayvas Saturn dreht sich (wie er verrät) und vom dreißigsten Geburtstag  ist der Sänger auch nicht mehr weit entfernt. Die Sache mit dem Wandel kann man auch auf der Homepage nachlesen. Da stehtaußerdem, auf „The Janus Mirror“ gehe es um „das überladene menschliche Erleben in der heutigen Silikon-Welt“. Nicht gerade einleuchtend, diese Erklärung. Ayvas spezifiziert: „Als ich die Songs für das Album schrieb habe hatte ich diese Vision eines zweiköpfigen Monsters.“

Wenn es weiter nichts ist. „Ja, das Monster hatte einen Pferdekopf, mit ganz jungen Augen. Der andere Kopf war der eines Babys, aber das Gesicht des Babys war alt, grau und faltig – trotzdem blieb es ein Baby. Verstehst du?“ Nicht ganz, auch wenn sich weitere Nachfragen erledigt haben. Jeff Gretz, der Ayvas abstruse Geschichten  gewohnt ist, beruhigt: „So fühlen wir uns auch immer, wenn Emanuel uns die Konzepte vorstellt“.08. All We All

Am Ende ist aus der gewöhnungsbedürftigen Vision ja ein ernstzunehmendes Album herausgekommen. Mit einer Idee von Janus, der vor der Pforte des Wandels den Übergang in eine andere Welt bewacht, die ein wenig verstörender ist als die von Alice im Wunderland.

Mit wiederkehrenden Variationen des Spiegel-Themas und mit einem Cover, auf dem glücklicherweise anstelle des Pferde-Baby-Greisen-Zwitters eine hübsche doppelköpfige Frau zu sehen ist.  Genauso überbordend wie die Geschichten, die Emanuel Ayvas erzählt, klingt “ The Janus Mirror“ dann auch. Nicht umsonst hat Ayvas Kompositionslehre studiert. Gekonnt mixt er Violinen, Cello, Klavier und Flöten in die übliche Bandbesetzung, immer auf der Suche nach dem großen Sound.

Am 14. September erscheint das Album „The Janus Mirror“ auf Haldern Pop Records. Gerade eben haben sie eine kleine Tour durch Deutschland absolviert – weitere Shows folgen im Oktober.

„Das  Album kann so gut sein, wie es will“ sagt Gretz zum Abschluss. „Das Beste kriegst du immer bei einem Liveauftritt. Die Emotionen und das, was auf derBühne passiert, kannst du nicht ersetzen oder runterladen.“ Klingt glaubwürdig, wenn man bedenkt, das die Energie, die der verkaterte Emanuel Ayvas ausstrahlt, andere Musiker bereits an den Rand ihrer Möglichkeiten bringen würde.

Emanuel And The Fear – 01 The Janus Mirror (The Janus Mirror) by Haldern Pop

Tourdaten:

07.10.12 – Freiburg @ Waldsee *

08.10.12 – Stuttgart @ Schocken *

12.10.12 – Ebensee @ (AT) * Kino Ebensee

13.10.12 – Berlin @ Roter Salon *

15.10.12 – Dresden @ Jazzclub Tonne *

16.10.12 – Hamburg @ Übel & Gefährlich *

17.10.12 – Bochum @ Bahnhof Langendreer *

18.10.12 – Weinheim @ Café Central *

19.10.12 – Köln @ Gebäude 9 *

21.10.12 – Frankfurt @ Brotfabrik*

Tracklist:

01. The Janus Mirror

02. Samuel

03.Grey Eyes

04. Wooble

05. Foothills of a Fire

06. Black Eyes

07. My Oh My

08. All We All


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