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Blackout Tuesday

Eric Pfeils Pop-Tagebuch: Brennende Schuhe, schlimme Comebacks


Folge 66

Halten sie mich für verrückt, aber mir kam da gerade ein Einfall: Wenn der deutsche ROLLING STONE mit dieser Ausgabe seiner Gründung im Jahr 1994 gedenkt, könnte ich doch einfach mal etwas über das Jahr 1994 schreiben. Es gibt, was das popmusikalische Treiben angeht, schließlich weitaus schlimmere Jahre: 1988 zum Beispiel. 1988 war Richard Marx noch eine ziemlich große Nummer, und einer meiner persönlichen Hass- Songs, Tanita Tikarams „Twist In My Sobriety“, war überall.

1994 ging von Richard Marx und Tanita Tikaram gottlob keine große Gefahr mehr aus. Da ich schon immer mal das Wort „Paradigmenwechsel“ verwenden wollte, schreibe ich jetzt einfach mal: Ein Paradigmenwechsel hatte stattgefunden. Man lief entweder in Grunge-Lumpen, HipHop-Klamotten oder technoider Kostümierung rum und hörte Grunge, HipHop oder Techno. Nun, zumindest einige taten das. Bei mir daheim rotierten fast ausschließlich die Platten von Pavement, Beck, Guided By Voices, Julian Cope, Stereolab und den Flaming Lips, zumindest erinnere ich dies so. Vieles blieb aber auch einfach, wie es war. Hat sich was mit Paradigmenwechsel! Der Wikipedia-Eintrag zum Musikjahr 1994 etwa wird ulkigerweise mit einem Foto von Joan Jett illustriert. Da ich keine Lust habe, über Grunge, HipHop oder Techno zu schreiben, möchte ich Wikipedia folgen und einige popmusikalische Ereignisse in den Lichtkegel zerren, die bei der Betrachtung des Jahres 1994 üblicherweise vernachlässigt werden.

Lassen Sie mich zunächst an einen der erfolgreichsten Songs des Jahres erinnern: „Cotton Eye Joe“ von den Eurodance-Titanen Rednex, der manch einer Leserin nach Lektüre dieses Textes vermutlich als ungebetener Ohrwurm nachdrücklich den Rest des Tages versauen dürfte. Gern geschehen! Besagte Rednex können für sich in Anspruch nehmen, von allen Musikern die längste Zeitspanne an der Spitze der deutschen Single- Charts (25 Wochen) verbracht zu haben. Ich finde, das ist eine Information, die bei der Betrachtung unseres Heimatlandes wesentlich mehr Berücksichtigung finden sollte und womöglich so manches erklärt: was Deutschland und was 1994 betrifft.



„MTV Unplugged at Home“ mit Clueso

MTV ist natürlich bekannt für sein „MTV Unplugged“, aber in Zeiten der sozialen Distanzierung hat der Sender umdisponieren müssen, weshalb bereits in den letzten Wochen das Format mit Musikern wie Wycleaf Jean von den Black Eyed Peas oder YungBlud auf eine Corona-freundliche Variante namens „MTV Unplugged at Home“ umgestiegen ist, bei den Künstler ihre Songs von Zuhause aus performen. In diesem Rahmen soll nun auch der erste deutsche Künstler für MTV vor das Mikrofon treten. Clueso wird diese Woche drei Lieder für das beliebte TV-Format aus seinem eigenen Wohnzimmer zum Besten geben. Fans dürfen sich dabei auf „Tanzen“ freuen, das gerade vor allem auf TikTok…
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