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Blackout Tuesday

Eric Pfeils Pop-Tagebuch: Lieblingsalben aus 1001 Nacht, Vol. II

Folge 206

Souled American – Fe (1988)

Diesen grandiosen Schlurfhippies wird gebetsmühlenartig in die Schuhe geschoben, für den Anfang der 90er einsetzenden Alt-Country-Boom verantwortlich zu sein. Das ist sicher richtig, lenkt aber davon ab, dass diese Band auch Alt-Country-Verdrossenen immer noch ordentlich den Teppich unter den Füßen wegziehen kann. Auch wenn der Verschlurfungsaspekt ihrer Musik in späteren Jahren deutlich in den Vordergrund rücken sollte, ist auf diesem Debütalbum schon alles da, was die Band aus Chicago ausmachte: Joe Adduccis sondersam krötiges Bassspiel zwischen Dub und Country, Chris Grigoroffs herzergreifender Leier-Gesang und natürlich diese gleichermaßen melancholischen wie übergeschnappten Supersongs. Souled American klingen auf „Fe“ wie eine Grateful Dead-Version der Violent Femmes, die das Liederbuch von The Band zerschrabbelt. Nicht selten erinnern sie auf diesem Debüt auch an eine Faulenzer-Version von Camper van Beethoven, mit denen sie zu jener Zeit auf Tour waren, deren ironischer Eklektizismus hier aber angenehmerweise vermieden wird.

Das Tolle an dieser Musik: Hier ist jeder Ton vollkommen unverhandelbar. Alles stimmt. Genau so windschief wie hier müssen diese Songs klingen.

Auf den späteren Alben (alle toll!) wurde die Band immer müder und moribunder. Mitte der 90er verschwanden Grigoroff, Adducci und Co. dann in der Versenkung. Offiziell aufgelöst wurde die Band nie, vermutlich wäre den Mitgliedern das zu anstrengend gewesen. „Fe“ ist eine Spitzenplatte, die man mehrfach besitzen sollte. Höchstwertung!

The Silos – „Cuba“ (1987)

Wie formulierte das Magazin „Musician“: „The Silos sind so gut, dass wir eines Tages mit ihnen vor unseren Kindern prahlen werden.“

Schon der Bandname deutet Sound und Themen des Projekts um Sänger und Songschreiber Walter Salas-Humara an: The Silos sind die ungekrönten Könige des amerikanischen Autofahr-Pop. Dies ist herrlichste Kaff-Musik, die nach gelangweiltem Herumlungern an der örtlichen Tankstelle klingt. Nach Heuballen auf dem Feld. Nach verlorenen Jahren und schwarzweißen Indie-Filmen, in denen nichts passiert. Und nach Silos eben. Dabei stammte die Band gar nicht aus dem Mittleren Westen. Salas-Humara, Sohn kubanischer Einwanderer, kam in Florida zur Welt; zur Zeit von „Cuba“ wirkten er und sein damaliger musikalischer Partner Bob Rupe von New York aus.



Eric Pfeils Pop-Tagebuch: Extremfrisuren und Spitzbärte – wiedergehörter US-Indie-Krempel

Folge 209 Die Tage werden länger und das Leben immer kürzer. Die Leute reden von „Freiheit“ (Marius Müller-Westernhagen). Brillengläser beschlagen. An einigen Orten steigt Rauch auf. Unterdessen gräbt sich Ihr ergebener Chronist weiter durch lange nicht mehr gehörte Indie-Platten der 80er und Früh-90er. Bisweilen „mit Gewinn“, wie sein alter Englischlehrer sagen würde. Die heute vorgestellten vier Alben sind ganz klar dem Bereich „Musikalische Postkarten aus einer anderen Zeit“ zuzuschlagen und haben mit heutigen Produktionsgepflogenheiten wenig zu tun. Doch auch Retro-Kuscheligkeiten wird die Tür gewiesen, dafür sind die vorgestellten Platten letztlich zu anstrengend. Wenn Sie hier schauen wollen ... GREG SAGE…
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