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Blackout Tuesday
Pop-Tagebuch

Eric Pfeils Poptagebuch: Warum es sich lohnt, nach Musikern und Bands mit dem Buchstaben „E“ zu suchen

Folge 92

Beim Aufräumen meiner Schallplatten stellte ich vor ein paar Tagen mal wieder erstaunt fest, dass ich kaum Platten von Musikern und Bands besitze, deren Name mit E beginnt. Warum das so ist, kann ich mir nicht recht erklären. Ich hege keinerlei Abscheu gegen Bands, die mit E anfangen. Was gibt es da überhaupt: die Eels, Emerson, Lake & Palmer, die Electric Prunes, Erste Allgemeine Verunsicherung – alles großartige Musiker mit schillernden Namen und bestimmt ebenso schillernden Platten. Ich besitze nur keine davon. Außer drei ELO-Platten und vier Dave-Edmunds-Alben kann ich noch die amerikanische Indie-Band Eggs in die Bratpfanne, äh, Waagschale werfen. „Eine Band, die Eier heißt?“, höre ich meine eben noch gelangweilten, nunmehr aber plötzlich hellwachen Leserinnen und Leser fragen.

„Was hat es damit auf sich? Berichten Sie, Pfeil!“

Eggs aus Washington/D.C. veröffentlichten in den frühen Neunzigern auf dem Teenbeat-Label ein paar angenehm wackelige Indie-Pop-Alben. Doch nicht stürmisches Gitarrengeschrabbel war das starke Gewand des von Andrew Beaujon angeführten Projekts. Man orientierte sich vielmehr an Burt Bacharach und obskurer Fahrstuhlmusik, schmeckte mit ein wenig Beatles ab und streute die eine oder andere enervierende Klangcollage ein. Zwar stand man Gitarrenschrabbeleien keineswegs ablehnend gegenüber, allerdings klangen diese in der Regel, als hätten sich die frühen Pavement an einem besonders lethargischen Tag als Easy-Listening-Revivalisten verkleidet. Die beste Eggs-Platte heißt „Teenbeat 96 Exploder“, das einzige Doppelalbum, das je auf dem Teenbeat-Label erschien. Darauf kann man ein ums andere Mal hören, wie es klingt, wenn eine kleine Band mit sehr limitiertem Budget Musik macht, die üblicherweise von sehr großen Bands mit ausgesprochen unlimitiertem Budget gemacht wird.

1996 löste sich die Formation dann leider auf. Anführer Andrew Beaujon unterhielt danach Bands mit so hochgradig kommerziellen Namen wie Scaley Andrew, Jungle George & The Plague, William & Vivian und Tha Cheeky Bastid. Kurzzeitig stand er gar bei Warner unter Vertrag, veröffentlichte jedoch nicht einen einzigen Ton auf dem Label. Sollte der ROLLING STONE eines Tages „Die 50 besten Alben der Neunziger“ auflisten wollen, das Eggs-Hauptwerk „Teenbeat 96 Exploder“ wäre bei mir ganz oben mit dabei.

Top: Dave Edmunds/Flop: Elbow

Sollte der ROLLING STONE wiederum je die „50 besten total rückwärtsgewandten Platten der Musikgeschichte“ wählen wollen, dürften sich die Alben von Dave Edmunds in dieser Liste nur so stapeln. Progressive Ideen, tollkühne Experimente oder das Umdeuten bekannter musikalischer Strukturen sind auf den Platten des Walisers angenehm abwesend. Stattdessen setzt es stürmischen Retro-Rock’n’Roll, Jukebox-Rock, Bubblegum-Pop und Tränenzieher-Balladen: Man kann auch Pubrock dazu sagen. Edmunds’ Platten klingen alle gleich, besitzen sollte man jede einzelne von ihnen.



Eric Pfeils Pop-Tagebuch: Extremfrisuren und Spitzbärte – wiedergehörter US-Indie-Krempel

Folge 209 Die Tage werden länger und das Leben immer kürzer. Die Leute reden von „Freiheit“ (Marius Müller-Westernhagen). Brillengläser beschlagen. An einigen Orten steigt Rauch auf. Unterdessen gräbt sich Ihr ergebener Chronist weiter durch lange nicht mehr gehörte Indie-Platten der 80er und Früh-90er. Bisweilen „mit Gewinn“, wie sein alter Englischlehrer sagen würde. Die heute vorgestellten vier Alben sind ganz klar dem Bereich „Musikalische Postkarten aus einer anderen Zeit“ zuzuschlagen und haben mit heutigen Produktionsgepflogenheiten wenig zu tun. Doch auch Retro-Kuscheligkeiten wird die Tür gewiesen, dafür sind die vorgestellten Platten letztlich zu anstrengend. Wenn Sie hier schauen wollen ... GREG SAGE…
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