Erschossene Musiker von The Yellow Dogs: Mörder identifiziert, Tat-Hergang aufgedeckt


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Der Mörder der drei am Montag in New York erschossenen iranischen Musiker, zwei davon gehörten der Band The Yellow Dogs an, der andere war ein Bandfreund, wurde identifiziert. Ebenso wurden die Namen der getöteten Musiker bekannt gegeben sowie der Name des schwer verletzten überlebenden Mitglieds. Laut den „Daily News“ soll es sich bei dem Mörder um den Musiker Raefe Akhbar, 29, handeln, dessen Facebook-Foto (Bild zwei) die Zeitung veröffentlichte.

Nach Angaben der New Yorker Polizei handelt es sich bei den Getöteten um Soroush Farazmand, 27, and Arash Farazmand, 28, Mitglieder der Yellow Dogs, sowie um den Musiker Ali Eskandarian, 35.  Schwer verletzt wurde der 22-jährige Musiker Sasan Sadeghpourosko. Dessen Zustand sei  – er wurde zweimal in den Arm geschossen – mittlerweile stabil, es bestehe keine Lebensgefahr. Yellow-Dogs-Leadsänger Siavash Karampour, 24, habe sich zur Tatzeit in einer Bar aufgehalten. Bassist Koory Mirzeai, 26, sei im Haus seiner Freundin gewesen. Er und Karampour sind die einzigen Überlebenden der Band.

Während die Beziehung des Mörders Akhbar zur Gruppe noch unklar ist, wurde der Tat-Hergang mittlerweile rekonstruiert.  So habe Akhbar für seine Tat ein .308-Kaliber-Gewehr benutzt, das er in einem Gitarrenkoffer transportierte. Nach seiner Bluttat habe er sich auf einem Dach in Brooklyn mit demselben Gewehr erschossen.

Band-Maanager Ali Salehezadeh hat mittlerweile die Berichte verneint, nach denen Raefe Akhbar sich zu seinem Amoklauf entschlossen habe, weil er als Bassist aus der Band geschmissen worden sei. Akhbar habe vielmehr bei der Band Free Keys gespielt, die er bestohlen habe und er deshalb verlassen musste. Mit den erschossenen Yellow-Dogs-Mitgliedern habe der Mörder seit Monaten keinen Kontakt gehabt. Polizeilich sei er nicht bekannt gewesen, so der Manager.

Laut der „Daily News“ sei der Mörder von Dach zu Dach geklettert, bis zum Haus im Stadtteil Williamsburg, wo die Yellow Dogs gemeisam in einer Wohnung lebten. Im dritten Stock habe er sein erstes Opfer, Eskandarian, durchs Fenster per Kopfschuss umgebracht. In der Wohnung habe er dann Arash Farazmand erschossen. Danach ging Akhbar in den zweiten Stock. Dort schoss er Farazmands Bruder in die Brust. Soroush Farazmand habe im Bett gelegen, dazu seinen Laptop benutzt – was erklären könnte, weshalb er die ersten Schüsse im oberen Stockwerk nicht gehört hatte, falls er Kopfhörer trug.

Im einem anderen Zimmer verwundete Akhbar dann Sadeghpourosko. Auf seinem Weg zurück begegnete er einem Mitglied seiner alten Band Free Keys, Pooya Hosseini. Dieser habe sich in einem Schrank versteckt und laut Polizeibericht um Gnade gefleht. Als Akhbar dennoch schoss, habe es ein Gerangel um die Waffe gegeben, bei dem sich mehrere Schüsse lösten. Ein nicht mit den Musikern befreundetes Paar, durch den Lärm alarmiert, habe sich währenddessen in ihrer Wohnung in einer Dusche unter einer Decke versteckt. 

Daraufhin sei Akhbar auf das Dach des Hauses geflüchtet. Dort habe er sich selbst erschossen.

Als die Polizei am Tatort eintraf, habe man insgesamt 16 Schüsse fest gestellt.

Auf der Facebook-Seite der Band mehreren sich die Trauerbekundungen. Die Fans appellieren an die überlebenden Yellow-Dogs-Musiker weiterzumachen. Dort gibt es mittlerweile auch ein kurzes Statement: „From Koory and Obash: Thanks every one for all your prayers and condolences. we’re still can’t believe this tragedy . R.I.P Arash Farazmand, Soroush Farazmand, and ali eskandarian“.

Die Musiker von The Yellow Dogs sind Iraner, die 2012 aus Teheran in die USA gekommen waren, wo ihnen Asyl gewährt wurde. Zuvor hatte das iranische Kultur-Ministerium die Songs der Yellow Dogs verboten. Das erste legale Konzert der Gruppe fand 2010 in Istanbul statt, wenig später flohen die Künstler nach New York. In den USA traten The Yellow Dogs bisher unter anderem beim SXSW-Festival auf.

Hier ist ein Clip zu „No One Knows About Persian Cats“ mit den Bandmitgliedern. Der Film erhielt 2009 beim Film-Festival in Cannes in der Sektion „Un Certain Regard“ den Spezialpreis der Jury: