„Caren Miosga“: Ulmen-Anwalt wollte Showdown mit Fernandes – durfte nicht
Streit um „Caren Miosga“: Schertz wollte den Showdown vor laufender Kamera, wurde aber nicht eingeladen
Am heutigen Sonntagabend (29. März 2026) ist ein mit Spannung erwarteter Gast bei „Caren Miosga“: Collien Fernandes, die ihrem Ex-Ehemann Christian Ulmen „digitale Vergwaltigung“ vorwirft und damit seit vergangenem Wochenende die bundesweiten Schlagzeilen dominiert.
Ebenfalls zu Gast: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig. Christian Ulmens Anwalt hält diese Konstellation angesichts laufender Ermittlungen für problematisch. Christian Schertz spricht von einem klaren Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien, wie die „F.A.Z“ meldet. Die Redaktion der Sendung weist diese Kritik entschieden zurück und bereitet sich auf „Digitale Gewalt – wie können Frauen besser geschützt werden?“ vor.
Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob eine Talkshow einen konkreten Fall aufgreifen darf, während parallel ein Verfahren läuft. Aus Sicht von Ulmens Anwalt entsteht hier ein öffentliches Forum, in dem nur eine Perspektive sichtbar wird, obwohl die juristische Klärung noch aussteht. Er hatte laut „F.A.Z“ angeboten, selbst teilzunehmen, wurde jedoch mit Verweis auf die bereits festgelegte Gästerunde nicht berücksichtigt.
Streit um Öffentlichkeit und Verfahren
Die Redaktion argumentiert anders. Für sie steht nicht die juristische Auseinandersetzung im engeren Sinne im Vordergrund, sondern ein übergeordnetes Thema: digitale Gewalt und mögliche Schutzlücken im Recht. Der Fall diene lediglich als Ausgangspunkt für eine breitere Diskussion. Man betont zudem, dass journalistische Berichterstattung auch während laufender Ermittlungen zulässig sei, solange grundlegende Standards eingehalten werden. Dazu gehöre ausdrücklich auch die Wahrung der Unschuldsvermutung.
Parallel dazu bleibt der zugrunde liegende Konflikt zwischen Fernandes und Ulmen komplex. Sie wirft ihm unter anderem vor, unter ihrer Identität digitale Täuschungen betrieben und Kontakte zu zahlreichen Männern hergestellt zu haben. Den besonders schweren Vorwurf im Zusammenhang mit Deepfake-Pornos weist Ulmens Anwalt zurück. Auch bei anderen Vorfällen stehen sich unterschiedliche Darstellungen gegenüber.
Widersprüchliche Vorwürfe und neue Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat die Ermittlungen zuletzt wieder aufgenommen. Zuvor waren sie eingestellt worden, unter anderem wegen fehlender Unterlagen, wie die Behörde mitteilt. Fernandes widerspricht dieser Darstellung und kritisiert ihrerseits das Vorgehen der Ermittler.