Francis Kérés Architektur im Überblick

Francis Kérés Werkband: zwischen persönlichem Zugang und Nachhaltigkeitsdiskurs

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Francis Kéré ist einer der berühmtesten Architekten mit Wurzeln im afrikanischen Kontinent. Der burkinisch-deutsche Bauplaner sorgt auch regelmäßig für Schlagzeilen, zuletzt, als er davor warnte, dass einfaches Bauen und Innovationen in Deutschland nicht mehr möglich seien. „In Deutschland wird Architektur zum Kampfsport“, sagte Kéré der „Zeit“. „Die Bauindustrie setzt alles daran, dass Bauen teurer wird.“ Er bemängelt, dass viele Gebäude zu viele Schichten Dämmmaterial erhielten: „Diese Praxis fließt in die Baunormen ein, und das blockiert sowohl Innovation als auch Einfachheit.“ Das wolle er ändern.

Der 61-Jährige mit Büro in Berlin ist der erste Afrikaner und der dritte Deutsche, der mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde, und präsentiert nun seinen Band „Francis Kéré. Building Stories“. Eine Rückschau auf 26 Projekte, von Schulbauten in Burkina Faso bis zu internationalen Prestigevorhaben wie dem Serpentine Pavilion in London – Gebäude die lokale Ressourcen einbinden und als Modell für nachhaltiges Bauen dienen sollen.

Kérés Fokus auf Materialien wie Lehmziegel und passive Klimastrategien gilt durchaus als Antwort auf ökologische Herausforderungen. Der Band folgt einer Selbstdeutung: Kéré tritt als Erzähler seiner eigenen Praxis auf und rahmt seine Architektur als soziales und ökologisches Projekt. Manch ein Kritiker sieht in diesen Bauidealen eine„exotisierte“ Alternative, die Erwartungen des globalen Nordens bedient – und übersieht dabei allerdings, dass dies selbst eine klischeehafte Kritiker-Haltung widerspiegelt.

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Francis Kéré
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Francis Kéré. Building Stories
  • TASCHEN
  • Francis Kéré. Building Stories.
  • Softcover, 19 x 25.5 cm, 1.09 kg, 444 Seiten
  • 75 Euro

Francis Kéré und Marlene Taschen präsentieren „Francis Kéré. Building Stories“ am Mittwoch, den 22. April, in Mailand. Das Programm beginnt um 15 Uhr in der Triennale di Milano mit einem Gespräch mit Francis Kéré. Ab 18:30 Uhr findet dort eine öffentliche Signierstunde statt.

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