Glastonbury 2009: Bruce Springsteen und der Wandel


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Mutiert das Glastonbury Festival zum Oldie-Festival? Sorgte letztes Jahr noch Jay-Z als erster Hip Hop-Künstler für Kontroversen, scheinen die Veranstalter dieses Mal, wie in den Jahren davor auch, auf Publikumsgaranten zu setzen. Bruce Springsteen, dessen neues Album „Working On A Dream“ gerade erschienen ist, gehört in diese Kategorie. Doch obwohl der Boss mit Sicherheit ein großartiger Performer und Songschreiber ist, zählt seine Musik für jüngeres Publikum doch meist zu der Sparte „Papas Musik“.

Dass Neil Young ebenfalls dieser Kategorie angehört, steht außer Frage. Auch im letzten Jahr waren es die Auftritte von Leonard Cohen und Neil Diamond, die am meisten Anklang fanden. Wandelt sich das Publikum des Festivals jetzt mehr und mehr zu „35 und älter“, statt wie bisher „Anfang 20“? Bereits 2007 wurde Glastonbury vorgeworfen, zu einer Veranstaltung für Leute im mittleren Alter zu werden, das mit älteren Rockstars im Line-Up auf Nummer Sicher gehe.

Im Publikum fänden sich mittlerweile mehr 35-40-jährige als 18-20-jährige und die Veranstaltung habe deutlich an Biss verloren, bescheinigten Kritiker dem Festival. Schließlich traten vermehrt alteingesessene Actsauf, stattneue, aufsteigende Bands.Die Reaktion darauf war Jay-Z als Headliner. Die Karten verkauften sich anfangs nur schleppend, doch Jay-Zs Performance wurde zur meistdiskutierten des Jahres.

Vielleicht ist auch deshalb das Festival dieses Jahr bereits ausverkauft- und die Veranstalter können wieder auf Nummer Sicher gehen und Publikumsgaranten einladen. Ob die Altersgrenze dadurch wieder sinkt oder Glastonbury sein Image wandelt, darf zu Recht bezweifelt werden.