„Help“ der Beatles: Aufruf zur Gesprächstherapie


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Die britische Gesundheitsbehörde NHS beschreitet ungewöhnliche Wege bei ihrer großen Kampagne zur Wiedererlangung der psychischen Gesundheit in Großbritannien. Begleitet vom Beatles-Klassiker „Help“ rufen junge Popstars wie Craig David, Nicola Roberts von Girls Aloud, Tom Grennan, Laura Mvula oder Ella Henderson dazu auf, sich bei längerer Verstimmung professionelle Hilfe  zu suchen.

Vor dem Hintergrund, dass seit Beginn der Pandemie im Königreich rund 2,3 Millionen Menschen Gesprächstherapien beim National Health Service gesucht haben, sehen die Verantwortlichen weiterhin großen Bedarf. Mit „Help“ will man dazu auffordern, Stress, Angstzuständen oder Depressionen nicht mit sich allein ausmachen. Bislang verzichtet die große Mehrheit auf jegliche Unterstützung.

„Help me if you can, I am feeling down“ ist der ideale Song, um andere dazu zu bringen, über ihr geistiges Wohlbefinden nachzudenken“, heißt es dazu auf der NHS-Website. John Lennon selbst äußerte sich in einem Interview zu seiner Mittsechziger-Krise: „Als „Help!“ herauskam, schrie ich tatsächlich um Hilfe. In den Ohren der meisten Leute ist es halt ein schneller Rock’n’Roll-Song. Ich selbst schrieb ihn als Auftragsarbeit für den Film „Help!“ (in Deutschland „Hi, Hi, Hilfe“, Anm.) Doch später wusste ich, dass ich wirklich ‚Help‘ schrie.“

Sony und Apple Music unterstützen die NHS-Kamapgne durch Bereitstellung von Streaming-Kapazitäten und kostenlosen Nutzungsrechten von „Help“. Persönliche Statements der Künstlerinnen sollen Schwellenängste vor der psychologischen Beratung abbauen. „Gefühle voller Sorge und Niedergeschlagenheit können jeden betreffen“, sagt Craig David anschließend im zentralen Clip. Wer Hilfe zur eigenen psychischen Gesundheit benötige, könne sich selbst einweisen, ergänzt Sängerin Nicola Roberts von Girls Aloud.