Jan Böhmermann: Goldfinger, Dr. No und Le Chiffre sind nichts dagegen


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Der „James Bond“-Kosmos ist gerade mit sich selbst beschäftigt. Noch wird wild spekuliert, ob Idris Elba oder „Spider Man“ Tom Holland auf Daniel Craig als 007 folgt, oder wie weiblich die 26. Folge der Agenten-Saga werden kann.

„James Bond“ in der Kritik:

Derweilen hat Tisch-Talker Jan Böhmermann in seinem „ZDF Magazin Royale“ zumindest schon einen zukunftsweisenden Oberschurken bei der Hand: Den aus Frankfurt am Main stammenden Finanzinvestor Peter Thiel, der soeben angekündigt hat, sein Engagement im Verwaltungsrat von Facebook zu beenden, um die anrollende Kampagne von Donald Trump für eine erneute US-Präsidentschaft tatkräftig zu unterstützen.

In einer aufwendigen Vorspann-Animation mit dem Titel „Right Time to Thiel“ spielt das Böhmermann-Team mit dem Bond-Arsenal. Projektionen auf Körper-Silhouetten a la „Goldfinger“, Animation und epischer Sound verweisen in eingestreuten Filmschnipseln auf das düstere Reich des erfolgreichen Risikokapital-Moguls. Ein Designer-Spaß mit ernstem Hintergrund.

Im Schnelldurchlauf durchleuchtete Böhmermann das bisherige Geschäftsleben Thiels, das lange als visionär galt. Der einzige Deutschstämmige, der sich im Silicon Valley durchgesetzt hat. Er gehörte 1998 zu den Gründern des Bezahldienstes PayPal, der 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an Ebay ging. Mit dem entsprechenden Kleingeld avancierte Thiel zum Wagniskapitalgeber. Davon profitierte nicht nur Facebook, sondern auch bekannte Start-Ups wie Spotify, Airbnb, oder SpaceX.

Besonders die Mega-Daten-Firma Palantir Technologies, die in den USA und nun auch in Europa große Geschäfte macht, passt ins Böhmermann-Bild von Thiel als dunkle Milliardärs-Existenz. Dazu passt nicht nur die Namensfindung von Palantir aus dem Kosmos von „Herr der Ringe“, sondern auch die wachsende Fähigkeit zur Analyse, Vernetzung und kommerziellen Verwendung von großen Datenmengen. Die Polizei von Los Angeles (LAPD) hat den Palantir-Dienst laut Böhmermann bereits genutzt. Und von dort ist nur noch einen Klick weit zum politischen Einsatz …

Thiel unterstützt den Senats-Kandidaten von Arizona Blake Masters (der sein Family Office geleitet hat) und einen weiteren Republikaner bei den anstehenden Zwischenwahlen. Auch die Meldung, dass ausgerechnet der österreichische Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz bei Thiel als „Global Strategist“ arbeiten wird, passt einerseits in die comichafte James Bond-Optik. Nur ist es eben Realität.