Kanye West droht Auftrittsverbot in Frankreich – Kontroverse um das Wireless Festival

Kanye West soll am 11. Juni im Stade Vélodrome in Marseille auftreten – doch französische Behörden wollen das verhindern.

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Ob Kanye West in diesem Sommer in Frankreich auf der Bühne stehen wird, ist zunehmend ungewiss. Behörden signalisieren, dass sein geplanter Auftritt blockiert werden könnte – als Reaktion auf den anhaltenden Widerstand gegen seine früheren antisemitischen Äußerungen.

West, der sich heute Ye nennt, ist derzeit für den 11. Juni im Stade Vélodrome in Marseille angesetzt. Lokale französische Behörden haben jedoch öffentlich angekündigt, den Rapstar von der Bühne fernhalten zu wollen.

Die französischen Behörden machen ihren Widerstand gegen einen Auftritt Yes in dem traditionsreichen Stadion zunehmend laut. Innenminister Laurent Nuñez bestätigte, dass das Konzert im Juni in Marseille derzeit geprüft werde.

Straftat oder öffentliche Ordnung?

Laut der französischen Zeitung „Le Monde“ wägen die Behörden ab, ob Wests frühere Aussagen „das Risiko einer Straftat bergen und ob die öffentliche Ordnung gefährdet ist“.

Ein Sprecher von West reagierte auf die Anfrage von ROLLING STONE zunächst nicht.

Nuñez hat sich mit Regionalbehörden zusammengesetzt, darunter der Präfekt der Provence-Alpes-Côte d’Azur, Jacques Witkowski, sowie Marseilles Bürgermeister Benoît Payan, um mögliche Schritte zu besprechen.

Marseille als Bühne für Hass?

Payan hat sich besonders deutlich positioniert: „Ich weigere mich, Marseille zur Bühne für diejenigen zu machen, die Hass und scham­losen Nazismus propagieren“, schrieb er auf X. „Kanye West ist im Vélodrome nicht willkommen – unserem Tempel des Miteinanders und aller Marseillais.“

Seine Worte spiegeln eine weitverbreitete Stimmung unter lokalen Entscheidungsträgern wider, von denen viele glauben, dass Wests öffentliche Entschuldigung für seine früheren Aussagen kaum zur Wiederherstellung des Vertrauens beigetragen hat. Die viel beachtete Entschuldigung des Rappers ist, so die einhellige Wahrnehmung, auf taube Ohren gestoßen.

Die Kontroverse beschränkt sich nicht auf Frankreich. West wurde kürzlich als Headliner des Wireless Festivals ausgeladen, nachdem sein Einreiseantrag beim britischen Home Office abgelehnt worden war.

Wireless Festival abgesagt

Die Festivalveranstalter bestätigten die Konsequenzen: „Infolge des Einreiseverbots des Home Office für Ye ist das Wireless Festival gezwungen, abzusagen. Alle Ticketkäufer erhalten automatisch eine vollständige Rückerstattung.“

Noch bevor der Antrag abgelehnt wurde, hatten Pepsi und Diageo ihre Sponsorings des Events zurückgezogen, nachdem West als Headliner des Wireless Festivals bekanntgegeben worden war.

Trotz dieser Rückschläge zieht West andernorts nach wie vor riesige Massen an. Sein jüngster Auftritt in Los Angeles war Berichten zufolge binnen Minuten ausverkauft, zog Zehntausende Fans an und bot ein aufwendiges Bühnenbild sowie eine Setlist, die seine gesamte Karriere umspannte.

Neues Album „Bully“

Musikalisch ist der Rapper ebenfalls aktiv geblieben: Sein neues Studioalbum „Bully“ debütierte mit starken Streaming-Zahlen und enthält Kollaborationen mit Travis Scott, CeeLo Green, Peso Pluma und André Troutman.

Preezy Brown schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil