Kein Internetzugang mehr: Britische Firmen im Kampf gegen File-Sharing


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Harte Bandagen. Die britische Film- und Musikindustrie will sich nicht mehr mit dem Ärgernis der Raubkopierer abfinden. Deshalb fordern mehrere Unternehmen die britische Regierung auf, künftig gezielter gegen die Filesharer vorzugehen- indem man ihnen den Zugang zum Internet verweigert. Internet Service Provider (ISPs) sollen den Raubkopierern die Verbindung kappen, wenn diese nach mehrmaligen Warnungen das Filesharing nicht unterlassen.

„Die wachsende Gefahr des illegalen P2P- (Peer To Peer) Filesharings bedroht kreative Unternehmen, denn viele Filme werden nicht mehr nachbearbeitet, die DVD-Verkäufe gehen zurück und dadurch gehen Jobs in der Produktion und Distribution verloren“, so John Woodward, Chef der Organisation UK Film Council. 50 Prozent des Internet-Verkehrs sollen mittlerweile illegal sein, das gefährdet etwa 800.000 Jobs in den Bereichen Film, Fernsehen, Musik und Software.

Deshalb taten sich verschiedene Firmen aus diesen Bereichen zusammen, um verschärftes Vorgehen gegen File-Sharing zu verlangen. Bereits im letzten Jahr wurden ISPs von der britischen Regierung angehalten, gegen illegale Downloader vorzugehen- eine Aufforderung zur Verweigerung des Internetzugangs gab es aber bisher nicht. „Wir können doch kein Regierungssystem initiieren, das es uns erlaubt, Teenager in ihrem Schlafzimmer festzunehmen“, so der britische Minister für Urheberrecht, David Lammy.

Doch die britischen Musik- und Filmindustrie sieht das etwas anders. „Es hilft keinem, wenn die Urheber sich mit tausenden von Klagen gegen die File-Sharer wehren. Denn das würde die Gerichte schnell überfordern“, so das Statement des Zusammenschlusses der Firmen. Statt dessen sollte die britische Regierung gezielte „technische Maßnahmen in Angriff nehmen“, um die File-Sharer zu identifizieren und gegebenenfalls vom Internet zu entfernen.