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Kings Of Leon, Nine Inch Nails: Brachiale Bands für kuschelbedürftige Fans – Der Samstag bei Rock im Park


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Rock im Park – Tag 2

Auch der zweite Tag von Rock im Park verlief ziemlich friedlich. Zwar wehte mittlerweile eine herbe Brise Eau de Dixie über die Campingplätze, bisher gab es aber keine großartigen Ausfälle und auch die bereits frühmorgendlich betrunkenen Wegrand-Camper nuckelten noch harmlos an ihrem Alkoholvorrat.

Um 14.00 Uhr legten die Fratellis los und holten ihr Publikum gut gelaunt aus der mittäglichen Apathie ab – Rock’n’Roll vom Feinsten. Die Sonne zeigte sich von ihrer kochenden Seite und brannte bereits seit Stunden vom Himmel – das Rettungsteam konnte sich nicht über Beschäftigungsmangel beklagen, war es doch hinreichend mit dem Wegtragen kollabierter Besucher beschäftigt. Auch anderen Festivalteilnehmern dürfte die Hitze nun langsam in den Kopf gestiegen sein – neben den obligatorischen „Free-Hug“-Kuschelbedürftigen waren die ersten Flitzer zu beobachten, Kinderplanschbecken wurden mit Bier gefüllt, einige Übermütige wurden aus dem Dutzendteich gezetert, während Mädchen in Sommerkleidern hektisch vor Wasser- und Bierbomben flüchteten.

In der dampfenden Club Stage gaben sich währenddessen kreischende Truppen das Micro in die Hand: Die Heavy-Metaller von Huntress gingen der japanischen Metalcore-Truppe Crossfaith voran, diese wurden erst gefolgt von den Jungs von Miss May I, danach gaben sich die Architects die Ehre.Ausnahmslos alle Formationen brüllten sich Herz und Seele aus dem Leib und sorgten für einen schweißgetränkten Moshpit, der an einen Hexenkessel erinnerte.

Ebenfalls motiviert, aber mit weniger Stimmbandbelastung wirbelten die Zuschauer zu den fröhlichen Ska-Folk-Gypsy-Punk-Klängen von Gogol Bordello gehörig Staub auf. Beschaulicher ging es bei dem irischen Kuschelrocker Rea Garvey zu, der sich gekonnt durch den Nachmittag schmachtete. Nach ein paar Runden durchs Gelände, vorbei an ermattet wirkendem Sicherheitspersonal, das ratlos diverse Bauzaun-Durchgänge verzierte, wurde es langsam Zeit für die Headliner.

Auf der Center Stage sangen sich Mando Diao warm und verschonten ihr Publikum glücklicherweise mit allzu vielen Auszügen ihrer jüngeren Werke. Gut gelaunt gaben sie Hits wie „Down In The Past“ und „You Can’t Steal My Love“ zum Besten. Zwischenzeitlich wurde es allerdings ein wenig eigenartig: Als ob die platine Erblondung von Sänger Gustaf Norén nicht bereits verstörend genug wäre, wurde zur Einstimmung auf „Dance With Somebody“ erst einmal eine geschlagene Minute lang in aller Ruhe per Atemmaske ins Mikrofon gekeucht. Das Ausbleiben eines Notarztes verriet aber, dass es sich bloß um einen Anfall künstlerischen Ausdrucks gehandelt haben dürfte.

Mit nur wenig Zeitabstand traten dann die Kings Of Leon vor Queens Of The Stone Age auf. Die Könige begeisterten ihr Publikum mit ruhigeren Werken wie „Closer“ und „Pyro“, in einem feinen Mix mit lebendigen Stücken wie „The Bucket“ oder „Red Morning Light“. Stilecht und erwartungsgemäß verabschiedeten sie sich dann mit „Use Somebody“. Weniger hitträchtig ging es hingegen nebenan bei den Königinnen zu: Die Band um Mastermind Josh Homme enttäuschte mit schlecht gewählten Einstiegssongs und mieser Tonqualität, was viele Zuseher zu den Kings Of Leon hinüberwandern ließ.

Im Anschluss eroberte Multitalent Trent Reznor die Stage und zeigte einmal mehr, warum ihm kaum jemand das Wasser reichen kann: Nine Inch Nails tobten laut, elektronisch, brachial und wütend.

Auf der Clubstage zeigten währenddessen Mastodon der jubelnden Menge zuverlässig ihre rohe Energie, danach machten Anthrax ihrem Status als eine der „Big Four“ des Thrash Metals alle Ehre: Laut, schnell, energetisch und mit einem Knall beendeten sie den Tag.

Am heutigen dritten Tag freuen sich die Besucher auf noch viel mehr Sonne und ein Top Line-Up: Linkin Park, Die Fantastischen Vier, Slayer, Jan Delay, Booka Shade, Alligatoah und viele weitere stehen auf dem Programm.

Wie der Tag so verlief – nach dem kuriosen Wunschkonzert von Metallica am Freitag? Unsere Galerie zeigt die Bands.


Rock am Ring/Rock im Park 2021: Neue Bandwelle, Vorverkauf gestartet

Eigentlich sollten in diesem Jahr die Jubiläumsausgaben von Rock am Ring und Rock im Park stattfinden. Bekanntlich machte die Corona-Pandemie der gesamten Event-Branche einen Strich durch die Rechnung. Inzwischen laufen aber längst die Vorbereitungen für die kommende Ausgabe der Zwillingsfestivals. Nach Angaben des Veranstalters haben inzwischen 130.000 Fans ihre Tickets für das kommende Jahr übertragen. Damit ist ein Großteil der Festivaltickets schon vergriffen. Ab Freitag (25. September, 15 Uhr) ist der Vorverkauf gestartet. Passend dazu gibt es auch eine neue Bandwelle. So werden vom 11. bis 13. Juni 2021 am Nürburgring und in Nürnberg unter anderem Bush, Jan Delay &…
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