Synth-Pionier und Produzent von Stevie Wonder: Malcolm Cecil ist tot


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Malcolm Cecil ist tot. Nach Angaben der Bob Moog Foundation ist der einflussreiche Produzent und Designer des größten analogen Synthesizers der Welt am Sonntag (28. März) nach langer Krankheit verstorben. Cecil wurde 84 Jahre alt.

Unter anderem entwickelte er das New Timbral Orchestra, einen massiven analogen Synthesizer mit, und kultivierte so neue Klänge in der Musikindustrie. Zusammen mit Robert Margouleff übernahm er das Projekt „Tonto“ im Jahr 1975 und betreute es über vier Jahrzehnte hinweg. Der Erfolg ebnete neue Möglichkeiten für Synthesizer in der elektronischen Musikwelt.

Seht den Tweet der Bob Moog Foundation hier:

In der Vergangenheit Cecil in den Mediasound Studios als technischer Leiter beschäftigt. Dort traf er auch zum ersten Mal auf Margouleff und Moog-Synthesizer. In einem Interview aus dem Jahr 2017 erinnerte er sich: „Ich hatte noch nie einen Moog gesehen. Ich schaute ihn mir ein paar Nächte lang an, sah einen Oszillatorspannungsregler und dachte. ‚Ich weiß, was das ist.‘ Spannungssteuerungs-Filter . . . Das weiß ich auch. Hüllkurvengenerator . . . das Ding schickt Post?“

Malcolm Cecil und  Stevie Wonder

Nachdem Margouleff und Cecil gemeinsame Stücke erarbeiteten, veröffentlichten sie im Jahr 1971 ihr erstes eigenes Album „Zero Time“. Es dauerte nicht lang, bis Stevie Wonder auf das Album aufmerksam wurde und an einer Zusammenarbeit interessiert war.

Cecil und Margouleff halfen Wonder daraufhin bei der Entwicklung einer Reihe von bekannten Platten in den Siebzigerjahren. Darunter „Music Of My Mind“, „Talking Book“, „Innervisions“ und „Fulfillingness‘ First Finale“. Später arbeiteten sie zudem zusammen an Stevie Wonders 1991 erschienenen Album „Jungle Fever“.

Auch Gil Scott-Heron und Brian Jackson nutzten „Tonto“ für ihr gemeinsames Album 1980. Die Maschine tauchte zudem auf dem Albumcover der beiden auf. Cecil und „Tonto“ prägten diverse weitere Projekte in den Siebziger- und Achtzigerjahren.

Im Jahr 2013 erwarb das National Music Centre in Calgary, Kanada, „Tonto“ und schloss innerhalb der fünf darauffolgenden Jahre eine vollständige Restaurierung der Maschine ab.

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf musikexpress.de +++