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19 Uhr: Blues Pills

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„Menschen, Bilder, Emotionen“: Günther Jauchs Heldenkabinett

Günther Jauch wundert sich: Seit 26 Jahren präsentiert er „Menschen, Bilder, Emotionen“ bei RTL – und nicht einmal liefen ihm in dieser Zeit die Toten Hosen über den Weg. „Gut Ding will Weile haben“, befand Campino bildungsbürgerlich, grinste dabei aber spitzbübisch. Die Platte des Jahres war bereits 2012, diesmal ging es um die Tournee des Jahres, den Song des Jahres, die Band des Jahres. Die CDU spielte „Tage wie dieser“ im Wahkampf, auch Helene Fischer sang das Lied (und durfte es für eine DVD nicht verwenden) – drüber hätte man ja auch mal sprechen können. Jauch fand jedenfalls alles „großartig“ – das Lied, die Band, die schiere Zeit.

Zuvor hatte ihn schon Wladimir Klitschko irritiert, der auf die obligatorische Frage „Wie lange wollen sie das noch machen?“ herausfordernd zurückgab: „Und sie? Macht es noch Spaß?“ Jauch beeilte sich mit seinem „Ja, ja, ja, jaja“ und beugte den Kopf, so als wollte er den Schlägen ausweichen. Roll with the punches. Der Boxer, der die Schwergewichts-Kämpfe für Amerika unattraktiv gemacht hat, zeigte seine fünf Weltmeister-Gürtel; einen weiteren hält sein Bruder. Aber diesen einen Kampf um alle Gürtel, der zwischen den Klitschkos stattfinden müsste (bei RTL natürlich), wird es nicht geben. Und Vitali kämpft lieber in Kiew um Demokratie.

Wäre dieser Jahresrückblick mit dreieinhalb Stunden Sendezeit nicht vor allem auch eine Leistungsschau der deutschen Werbeindustrie gewesen – man hätte sich an manchen Döntjes erfreuen können. Malala Yousafzai – beredt wie Bono (und sehr altklug). Gustl Mollath – beweist mit jedem Auftritt, dass er vielleicht unschuldig, dafür aber ziemlich verrückt ist. Sabine Lisicki – freut sich selbst am meisten über die Beachtung, die ihr das glanzlos verlorene Wimbledon-Endspiel brachte. Und eine Basejumperin, die sich an einem Hochhaus in Benidorm vehedderte und der Jauch vergeblich bedeutete, dass ihr Tun so sinnlos wie lebensgefährlich sei. Liebling Guido Maria Kretschmer erzählte wieder einmal, was er „textil“ mit Frauen anstellt, das er schon mit acht an der Nähmaschine saß und alle Menschen schön sind –  die sozialverträgliche Version von Harald Glööckler, der seine Präsenz übertrieben hat. Karl Lagerfeld fehlte, geht wohl zum ZDF-Jahresrückblick. Sebastian Vettel: noch im Urlaub. Boris Becker, Oliver Pocher: bis zum Überdruss gegenseitig beleidigt und befeuert.



Kritik: „Der Elefantenmensch“ – 40. Jubiläum des Klassikers

Das erste Meisterwerk des Regisseurs David Lynch: „Der Elefantenmensch“. Der Schwarzweiß-Kinofilm aus dem Jahr 1980, nominiert für acht Oscars, erscheint zum 40. Jubiläum frisch restauriert in einer 4k-Fassung (Studiocanal Home Entertainment). „Der Elefantenmensch“ erzählt die wahre Geschichte des Joseph „John“ Merrick, im Film gespielt von John Hurt, der aufgrund seiner körperlichen Missbildungen auf den Jahrmärkten Englands vorgeführt wird. Nach seiner Befreiung versucht der Arzt Frederick Treves, verkörpert von Anthony Hopkins, Merrick in die viktorianische Gesellschaft Londons einzugliedern. David Lynchs Film ist ein bewegendes Plädoyer für Menschlichkeit und die Unantastbarkeit der Würde. Die ROLLING-STONE-Redakteure Sassan Niasseri und Arne Willander über ein…
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