Geniale Satire – oder geschmacklos? Merkel enthauptet Schulz – auf dem Cover von „Charlie Hebdo“

Beim Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ scheinen einmal mehr der künstlerischen Freiheit keinerlei Grenzen gesetzt zu werden: Vor allem mit ihren Titelblättern provoziert die französische Zeitschrift, die inzwischen auch in Deutschland erscheint, oft und gerne. So fanden sich beispielsweise bereits zahlreiche islamkritische Zeichnungen auf den Covern, was radikale Fanatiker sich zum Anlass nahmen, 2015 einen Terroranschlag auf die Redaktion in Paris zu verüben, bei dem zwölf Menschen getötet wurden.

Die Zeitungsmacher hatten jedoch nie die Intention, ihre Scharfzüngigkeit einzuschränken und arbeiten auch weiterhin nach dem Motto: „Satire darf alles und muss auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen.“ Diesen Leitsatz nahmen sich auch die deutschen Redakteure von „Charlie Hebdo“ einmal mehr zu Herzen, und so ziert das Titelblatt der aktuellen Ausgabe eine Karikatur der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die den abgeschlagenen Kopf des SPD-Politikers und Kanzlerkandidat Martin Schulz in der einen, ein großes, blutiges Messer in der anderen Hand hält.

Trump auf einer Stufe mit Dschihadisten

Neben der missmutigen Merkel ist zu lesen: „Spiegel-Leser außer Rand und Band“, eine Anspielung auf das Cover der Wochenzeitschrift „Spiegel“, welches vorige Woche das gleiche Szenario abbildete; der kleine Unterschied: Dort posierte US-Präsident Donald Trump mit dem Kopf der von ihm enthaupteten Freiheitsstatue. Dank seiner kontroversen Titelgestaltung musste das Magazin viel Kritik einstecken: Man stelle Donald Trump in der Pose eines ISIS-Kämpfers dar, der die Freiheit in gleichem Maße bedrohe, wie ein Dschihadist es mit Menschenleben tue.

Auch verschiedene Politiker drückten ihr Missgefallen aus, darunter der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff: „Der Titel spielt in ekliger Weise mit dem Leben von Terroropfern und sagt mehr über die „Spiegel“-Redaktion aus als über Trump“; es sei mehr als „geschmacklos“, ein solches Cover auf den Markt zu bringen.

Hommage an den „Spiegel“

Ähnlich negative Reaktionen wird wahrscheinlich auch die deutsche „Charlie Hebdo“-Redaktion für die Illustration auf der am Donnerstag (09. Februar) erschienenen Ausgabe erfahren, worauf man allerdings schon gefasst zu sein scheint: „Den Vorwurf, gegen gute Sitten zu verstoßen, kennen wir in- und auswendig.“ Ihr Titelbild soll zudem keineswegs eine Kritik, sondern vielmehr eine Hommage an die „Spiegel“-Kollegen darstellen, wie die Chefredakteurin der deutschen „Charlie Hebdo“-Ausgabe betont:

„Die Redaktion fand das Trump-Titelbild ziemlich gut. Was uns am meisten schockiert hat, war das negative Echo darauf“, erzählte die unter dem Pseudonym Minka Schneider arbeitende Redakteurin. „Wir sitzen im gleichen Boot, denn im Zentrum der Polemik, bei euch wie bei uns, steht die Debatte um Meinungsfreiheit und die Art und Weise, wie man sie nutzt oder nicht nutzt.“


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