Miss Thompson über „Ohne Limit“. Kinotickets gewinnen!


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Am Donnerstag startet „Ohne Limit“ – mit Bradley Cooper und der (leider?) fiktiven Droge NZT in den Hauptrollen. Wir verlosen zum Kinostart 3×2 Kinotickets für den Film. Wer zwei haben möchte, der schreibe ein Mail an verlosung@www.rollingstone – Stichwort „Ohne Limit“. Unsere Bloggerin Miss Thompson hat sich den Film bereits angeschaut. Hier der Trailer und dann im Anschluss ihr vermutlich auf NZT geschriebener Text…

„NZT“ wirkt wie Heroin. Nur anders herum.

Blockbuster-Hit am Wochenende: der Film „Limitless“. „NZT“ spielt die Hauptrolle. Ein bärtiger Looser wirft die Pille ein, schreibt in vier Tagen ein Buch und wird ein Wall Street-Crack. Ist das der kommende Gegenentwurf zu Lindsay L. und Charlie S.?

Welche Drogensüchtige (oder „Trainwrecks“) will Amerika am liebsten sehen? Den echt hoffnungslosen, lügenden Irrsinnspatienten mit Crack-Face? Oder lieber einen super Zukunftsvisionär, der im Tom Ford-Anzug eine durchsichtige, schöne Pille schluckt und in zehn Minuten sechs Millionen macht, weil sein Gehirn plötzlich so supergeil funktioniert? Natürlich den zweiten. Und wenn ich ehrlich bin: ich auch. Also  „Limitless“ schauen, letztes Wochenende hier der Film mit den meisten Zuschauern.

Montag Nachmittag ging hier die Welt unter. Super-Regen (angeblich war Japan im Spiel und Substanzen von dort bei uns „gestrandet“) und dann Strohmausfall. Keine Heizung, kein Internet. Nix. Und wenn erstmal die Rohre unter der Stadt brechen würden, dann wäre es ganz aus. Die wären aus dem 19. Jahrhundert, sagte der Ticketverkäufer im Kino. (Welche Rohre?)

Das Kino ist um zwanzig nach zwei am Montag randvoll. Vor allem Jungs kommen, um sich Eddies (Bradley Cooper, der Lehrer aus „Hangover“) Verwandlung vom schreibenden Penner zum Geld-und Speed-Magneten anzuschauen.

Seitdem Eddie die Pille NZT hat (sie erweiterte die Kapazität des Gehirns auf 80%) muss er alles schneller machen, sonst dreht er durch (Autofahren, Sex, Denken, Rennen, Geld ausgeben). Er ist süchtig, aber kein asozialer Junkie. Kein unangenehmer Speed-Genosse. Er ist „druff“ und alles wird besser. 

Der Nachschub ist irgendwann zu Ende, die Pille ist noch nicht im offiziellen „Handel“.  Eddie kommt runter, er sieht schlimm aus, stirbt bald, seine Freundin ist besorgt, doch Eddie findet noch ein neues Paket mit Nachschub und seine Freundin ist danach auch druff 

(Sie zweifelt kurz, ob sie den „richtigen“ Eddie liebt, aber der Zweifel ebbt bald ab…). Ist das alles richtig?  Ihr Superleben, dass sie führen (8 Millionen Dollar Appartment, Anzug, Frisur, Körper, alles bene)?

Selbst harte Russen, die das Zeug von Eddie haben wollen, killt er eigenhändig, obwohl er auf Turkey ist. Warum? Einer der schon toten Russen hat sich das Zeug gespritzt („Wirkt  effektiver so“) und Eddie trinkt sein Blut, um wieder „druff“ zu kommen (Dieser Tage

scheint überall eine Tigerblut-Nachricht versteckt zu sein. Charlie S. everywhere?).  Als Eddie, halb tot, das Russenblut aufleckt und dann killbereit ist, können sich die Jungs im dunklen Kino den Tigerblut-Kommentar jedenfalls nicht verkneifen. Aber Eddies Blut-Trinken sieht einfach gut aus. Punkt.

A propos Tigerblut: die Frist für das Praktikum bei Charlie Sheen ist abgelaufen, und niemand kann sagen, ob es diesen Praktikanten je geben wird. Ich weiss nicht, wie meine Chancen stehen. Ich hatte kein einziges College, das ich angeben konnte und „Yale“ konnte ich nicht hinlügen. Wird ja kontrolliert von Charlie persönlich, ob man je in Yale war. Wir müssen warten, was am 2.4. in Detroit passiert, wenn Charlie dort auf einer Bühne steht. Aber die Zeiten in Amerika für ganz neue Ansätze und Jobs stehen gut:

Am Ende von „Limitless“ wird Eddie sogar Senator. Der Film lässt offen: Ist er ein „druffer“ Senator?  Oder ist er runter? Nur mit andere Synapsen als früher. Ich glaube, er ist ein „druffer“ Senator, das sagen seine Augen.

„Limitless“ ist: null Therapie, null in der Vergangenheit herumsuchen, null „Selbstkritik“ im kommunistischen Sinn. Alles Dinge übrigens, die vom drogensüchtigen Star ja heute verlangt werden: Entzug (Therapie), Schuld an die Eltern abgeben (Vergangenheit) und Selbstkritik im kommunistischen Sinn (Sagen ich habe etwas falsch gemacht und das gestohlene Kettchen zurückgeben, bei Lindsay.)

Der Regisseur von „Limitless“ weiss gar nicht, was er da vorgestellt hatte. Natürlich hatte er in Interviews behauptet, diese Pille NZT wäre ein Wahnsinn, in Ansätzen eventuell da, aber ja nicht so. Also nichts Authentisches und wahre Kreativität käme so nicht zustande blablabala. Er musste das sagen, weil der Anblick, die Vorstellung so nahe an einer Zukunft liegt

(Vorsichtshalber hatte der Regisseur ein paar Christiane F. artige Szenen eingebaut. Man sieht Eddie beim Kotzen, Eddie beim Blackout, Eddie mit Pickeln, bleich zusammenbrechen…).

Auf Entzug muss Eddie jedenfalls nicht. Stattdessen regiert er die Stadt New York. Wird es bald den positiven, leistungsfähigen Drogensüchtigen geben? Müssen wir uns vom alten, konservativen Konzept des Süchtigen verabschieden, wenn es bald solche Hirn-Tabletten gibt? In Zukunft?  Falls Amerika nicht vorher wegen Strohmausfall untergeht. Oder die Rohre aus dem 19. Jahrhundert platzen. Zumindest in Los Angeles.

Am Tag danach war die Sonne wieder da, und selbst Jake Gyllenhaal führte im Hundepark „Ranyon Canyon“ seinen dicken, deutschen Schäferhund spazieren (Niemand hier hat einen „German Shepard“, eher Rottweiler oder Doggen oder sehr, sehr kleine Hunde.). Am Abend auf einer Kunstparty sagte mir ein Autor aus Paris, es könnte nicht sein, dass Jake Gyllenhaals Schäferhund zu dick sei.

Er hätte ihn auf einem Foto gesehen im „People Magazin“ , da habe der Hund sehr schlank ausgesehen und hätte gut zu Gyllenhaal gepasst. Wir mussten annehmen, der Hund und sein Herrchen wurden gleichermaßen mit Fotoshop behandelt, also verschlankt. Vielleicht hatte der Hund vor dem Fotoshoot im People Magazin auch eine neue Tablette gefressen und würde bald Hunde-Professor werden und würde gar nicht mehr dicker, deutscher Schäferhund sein wollen…

Mehr Miss Thompson gibt es hier.