Neu im Plattenregal: Die Alben vom 06. Januar 2012


von

Nach der Weihnachtspause (bedingt durch die Veröffentlichungsflaute) geht es nun weiter mit den Alben der Woche – die zwei bis drei relevanten Alben, die zwischen den Jahren erschienen, reichen wir hier nach. Und wir reisen natürlich weiterhin durch die Plattenläden des Landes. Heute empfehlen wir einen Besuch bei Smile Records, Bremer Str. 1 in 21244 Buchholz. Alle Infos gibt es auf www.smile-records.de

Susie Asado – „Traffic Island“ (Kook/Broken Silence)
Schon Mitte Dezember veröffentlicht, hier nachgereicht: Das zweite Album der Berliner Songwriterin ist wieder eine verschrobene Reise durch Antifolk und 20er-Jahre-Stil, die einen sehr eigenen Charme entwickelt. Das liegt vor allem an Asados Spiel mit der deutschen und englischen Sprache, die sie munter zusammenwirbelt, ganz so wie man es in Berlin im Allgemeinen und in der bunten Folkszene der Stadt im Speziellen erlebt. Feinde der Ukulele sollten „Traffic Island“ lieber nicht bereisen, Freunde kosmopolitischer Folkklänge umso mehr.
>>>> Stream und Free Download von „Autobiography Of A Skyscraper“

Calexico – „Selections From Road Atlas 1998-2011“ Limited Edition – 12 LPs (City Slang/Universal)
Es ist seit 1998 Brauch im Hause Calexico, auf den Konzerten limitierte Tour-CDs mit Live- und Alternativ-Versionen zu verkaufen. Diese erscheinen nun gesammelt in einer recht üppigen, limitierten Vinylbox. Außerdem gibt es in CD-Form eine Art Best of der Stücke – und die Qualität dieser Songs ist durchgehend hoch, so dass man das Wort „Restverwertung“ im Sack lassen sollte. Ebenfalls schon um die Weihnachtszeit erschienen, vermutlich weil es sich so gut als Geschenk eignet…
>>>> Video: ein schmachtender Blick auf die Vinylbox

Future Of The Left – „Polymers Are Forever“ EP (Xtra Mile/Kartel/Soulfood)
Die Nachfolgeband von Mclusky („To Hell With Good Intentions“) meldet sich mit einer neuen Six-Track-EP zurück, bleibt aber seinem etablierten Stil treu. Hardcore-Gitarrenbretter käbbeln sich mit fiependen Keyboards und einer sägenden aber wahr sprechenden Stimme, die noch immer die Mclusky-Bissigkeit in sich trägt. Wer diese Mischung schon vorher als ätzend empfand, wird sich auch hier abwenden…
>>>> „Polymers Are Forever“ im Stream

The Little Willies – „For The Good Times“ (Milking Bull/Capitol/EMI)
„Don’t look so sad, I know it’s over / But life goes on and this old world will keep turning.“ Diese Zeile stammt aus dem Song „For The Good Times“ von Kris Kristofferson, der dem neuen Album der Little Willies den Titel gab. Die alte Welt dreht sich auf dieser Platte in der Tat, sie dreht sich mit den gewohnten 33 Umdrehungen und sie dreht sich dank der dunklen, leidenschaftlichen Interpretationen alter Country-Songs, die The Little Willies hier, satte sieben Jahre nach ihrer ersten gemeinsamen Veröffentlichung versammelt haben. Warum das so lange dauerte? Nun ja, ein Grund dürfte sein, dass Pianistin und Sängerin Norah Jones ja auch eine erfolgreiche Solokarriere an den Hacken hat und hatte.
>>>> Hier geht’s zum Albenstream

Mando Diao – „Greatest Hits Volume 1“ (Capitol/EMI)
Halleluja! Da hat die Welt drauf gewartet: Die größten Hits der schicken Schweden, angefangen mit „Dance With Somebody“, das man erst letztens noch in einer aufgepumpten Testosteron-Battle-Duett-Version bei der unsäglichen „Voice Of Germany“-Show hören konnte. Da dachte man sich so: Da gehört ein Lied wie dieses auch hin. Und nicht (mehr) ins Gleis 22, wo die damals schon schicken Schweden noch 2004 arrogant bis unter die Haarscheitel mit verschwitztem Rock’n’Roll auch die Nörgler überzeugten. Nun ja – die Zeiten sind vorbei, und die musikalische Domestizierung kann man anhand dieser immerhin üppigen Kollektion gut ablesen. Passend auch der Titel: Hier hat man es mit „Vol. 1“ zu tun. Soll heißen: Wir haben sie noch eine Weile an der Backe. Na denn…
>>>> Video: „Mr. Moon“

Patrick Wolf – „Brumalia EP“ (Mercury/UID/Universal)
Sieben neue Songs vom hoch geschätzten Patrick Wolf. Geschrieben und aufgenommen hat er sie im vergangenen Jahr, einen davon angeblich auf dem iPad, während eines Ausflugs zu den Sümpfen Floridas. Er selbst nennt „Brumalia“ den „kleinen Bruder“ seines Albums „Lupercalia“ – und das trifft die Sache sehr gut. Sie atmen die selbe Verbindung aus Melancholie und Optimismus, sind dabei aber nicht ganz so großer POP.
>>>> Video: „Togehter“ (live in den Pool Studios 2011)
>>>> Videointerview mit Patrick Wolf