Nigel Farage mit Ian-Watkins-Verneigung geprankt
Nigel Farage (Reform UK) wurde dazu verleitet, dem verstorbenen und in Ungnade gefallenen Sänger Ian Watkins von Lostprophets zu gedenken.
Der Vorsitzende von Reform UK, Nigel Farage, hat am Donnerstag (15. Januar) ein 30-sekündiges Cameo-Video veröffentlicht, in dem er dazu gebracht wurde, eine persönliche Würdigung für Ian Watkins zu verfassen. Der Sänger von Lostprophets ist ein verurteilter Kinderschänder und wurde im Oktober im Wakefield-Gefängnis getötet.
In dem Video sagte Farage: „Diese Botschaft ist eine Hommage an Ian Watkins, einen guten Mann, einen wirklich guten Kerl, der sehr eng mit mir in Kontakt stand, der seine Kinder liebte und von ihnen für immer schmerzlich vermisst werden wird.“
Der Politiker weiter: „Er wird immer einen ganz besonderen Platz in den Herzen aller Menschen einnehmen. Und denkt daran, was er immer gesagt hat: ‚mad lolz‘ – nun, ich sage euch, das fasst die Welt ziemlich gut zusammen, nicht wahr? Mein Beileid, aber bitte versucht, euch die schönen Erinnerungen zu bewahren.“
Geld für kurzes Video
Wie konnte es zu den seltsamen Einlassungen über einen Pädophilen kommen? Der Scherzkeks, der das Video angefordert hatte, war John Smith. Das enthüllte er später im Netz und erklärte, von einem ähnlichen Streich inspirieren worden zu sein, auf den Farage letztes Jahr hereingefallen war und bei dem er den Pro-IRA-Slogan „Up the Ra“ unbedarft in die Welt posaunte.
Viele Probleme bereitete es offenbar nicht, den Rechtspopulisten hinters Licht zu führen. „Das Statement zu bekommen war kinderleicht, ich habe ihn einfach gebeten, ein Video im Namen eines verstorbenen Freundes namens Ian Watkins und seiner Familie zu drehen“, sagte Smith. „Ich bin besorgt, dass er meine offen gesagt durchsichtige Täuschung nicht durchschauen konnte und bereit war, für Geld alles zu tun, ohne auch nur eine rudimentäre Überprüfung vorzunehmen.“
Smith fragte zudem skeptisch: „Wenn er das für wenig Geld tut, was würde er dann für Geldgeber mit tieferen Taschen tun?“
So reagierte Nigel Farage auf den Prank
Inzwischen hat sich auch Nigel Farage zu dem Prank geäußert, der ihn gleich mehrfach schlecht aussehen lässt. Gegenüber „Metro“ reagierte er kurz angebunden, aber mit bissigem Humor: „Danken Sie ihm für das Geld. Es gibt viele Ian Watkins. Sagen Sie ihm, er soll mehr Geld schicken. Ich habe seine Anfrage angepasst.“
Zu Ian Watkins gibt es keine zwei Meinungen: Der Frontmann von Lostprophets dürfte in der Reihe verurteilter Verbrecher eine Sonderstellung einnehmen. Watkins bekannte sich 2013 schuldig, 13 Sexualstraftaten begangen zu haben, darunter versuchte Vergewaltigung eines Babys, Anstiftung zur Vergewaltigung eines Kindes, drei Fälle sexueller Übergriffe auf Kinder, sieben Fälle der Aufnahme, Herstellung oder des Besitzes von unanständigen Bildern von Kindern und ein Fall des Besitzes eines extrem pornografischen Bildes, das einen Sexakt mit einem Tier zeigt. Vor Gericht kam heraus, dass der Musiker sogar ein Kind zeugen wollte, um es anschließend zu missbrauchen.
Verurteilt wurde Watkins schließlich zu einer 35-jährigen Haftstrafe. Zwei Männer wurden im November wegen seiner Ermordung angeklagt.